Vom ersten Einschalten bis zum Dachknoten: Schnellstart mit den Menünamen der App, fertige Szenarien für Wandern, Familie, Festival und Nachbarschaft, dazu die Referenz zu LoRa, Mesh und Rollen, EU-Frequenzen und Duty Cycle, Presets von ShortTurbo bis LongSlow, Kanäle und Verschlüsselung, alle Einstellungen mit Voreinstellung, Geräte wie T-Deck und T-Echo, Antennen, Strom und Solar, Recht in Deutschland, Fehlersuche, Rechner und Glossar.
01 / 22Start & Landkarte
Meshtastic ist Textfunk ohne Netz. Kleine LoRa-Funkmodule bilden von selbst ein Mesh: jeder Knoten wiederholt, was er hört, bis zu drei Sprünge weit. Kein Mobilfunk, kein Internet, keine Gebühr, keine Lizenz. Dafür kleine Nachrichten, kilometerweite Reichweite und ein paar Regeln, die man kennen sollte.
Ein Paket aus A startet mit Hop-Limit 3. Jeder Knoten, der es weitersendet, zählt eins herunter; bei 0 ist Schluss. Das Telefon ist nur Bedienoberfläche, gefunkt wird ausschließlich zwischen den Knoten. Details in Mesh & Rollen.
Die Zahlen, die man kennen sollte
EU-Frequenz
869,525 MHz
Region EU_868 mit LongFast, ein einziger Frequenzslot
Sendeleistung EU_868
27 dBm ERP
500 mW, mehr ist im SRD-Band nicht erlaubt
Duty Cycle EU
10 %
Sendezeit je Stunde, die Firmware setzt es durch
Hop-Limit
3
Standard, Maximum 7. Drei reichen fast immer
Kanäle
8
1 primär + 7 sekundär, alle auf derselben Frequenz
Nachricht
≈ 200 Byte
Nutzdaten je Paket, keine Bilder, keine Sprache
Datenrate LongFast
1,07 kbit/s
eine Textnachricht braucht rund eine Sekunde Funkzeit
Rekord
331 km
Berg zu Berg, 868 MHz, VeryLongSlow, zwei RAK4631
Was es kann und was nicht
Kann
Textnachrichten an alle im Kanal oder direkt an einen Knoten, mit Empfangsbestätigung
Positionen teilen und auf der Karte in der App sehen, auch ohne Handynetz
Telemetrie: Akku, Spannung, Kanalauslastung, mit Sensoren auch Temperatur, Luftdruck und mehr
Verschlüsselte Gruppen (AES-256) und verschlüsselte Direktnachrichten (Public-Key seit 2.5)
Reichweite durch Wiederholen: Knoten auf Dächern und Bergen tragen das Netz
Brücke ins Internet per MQTT, Karten wie MeshMap, Anbindung an Home Assistant oder ATAK
Kann nicht
Sprache, Bilder, Dateien: LoRa liefert rund ein Kilobit pro Sekunde
Garantierte Zustellung: es gibt kein Routing im engeren Sinn, nur kontrolliertes Fluten
Viele Knoten auf engem Raum: ab einigen Dutzend aktiven Knoten auf einem Preset wird der Kanal knapp
Ersatz für Notruf oder Behördenfunk sein. Es ist ein Hobby- und Community-Netz
Unbegrenzt senden: in Europa gelten 10 % Duty Cycle, die Firmware bremst
Mit LoRaWAN, TTN oder MeshCore reden. Gleiche Chips, andere Protokolle
Als Hintergrund markierte Abschnitte erklären, warum das Netz funktioniert. Zum Aufbauen und Bedienen braucht man sie nicht. Dort sind die tiefen Tabellen zugeklappt.
Der Weg zum ersten Netz
Kurzfassung. Jeden Schritt mit den Menünamen der App und mit Fehlersuche gibt es im Schnellstart.
Zwei Knoten kaufen
Ein Mesh braucht mindestens zwei. Für den Einstieg reichen zwei günstige Boards mit SX1262 in der 868-MHz-Ausführung, siehe Geräte. Antenne muss dran sein, bevor eingeschaltet wird.
Firmware flashen
ESP32-Boards über den Web-Flasher im Chrome-Browser, nRF52-Boards per Drag-and-drop einer UF2-Datei. Dauert fünf Minuten.
Region setzen
In der App die Region EU_868 wählen. Ohne Region sendet der Knoten nichts. Preset auf LongFast lassen, Hop-Limit auf 3.
Namen und Kanal
Langen und kurzen Namen vergeben. Für den Anfang den öffentlichen Standardkanal behalten, so sieht man die Nachbarn. Für private Gruppen später einen Zweitkanal mit zufälligem Schlüssel anlegen und per QR-Code teilen.
Funktest und Etikette
Erste Nachricht senden, auf das Häkchen warten, Kanalauslastung beobachten. Rolle auf CLIENT lassen, Positionsintervall nicht verkürzen, Fragen in der Community stellen.
Stand der Zahlen: September 2026. Empfohlene Firmware ist die 2.7er-Linie (2.7.26 Beta). Die Alpha 2.8.0 ändert einiges an Regionen, Presets und Defaults; wo es dieses Modul betrifft, steht ein Hinweis. Verbindlich sind immer die Quellen: Meshtastic-Dokumentation, Firmware-Quelltext, Bundesnetzagentur.
Quellen dieses Abschnitts
Meshtastic-Dokumentation: Overview, Getting Started, Radio Settings, Range Tests (Stand September 2026).
Firmware-Quelltext src/mesh/RadioInterface.cpp und MeshRadio.h (Regionen, Presets), mesh.proto (Paketformat).
Zwei Geräte, eine App, zehn Minuten. Vom Auspacken bis zur ersten Nachricht, Schritt für Schritt. Menünamen stehen so, wie sie in der Android- und in der iPhone-App heißen; die Apps sind übersetzt, deshalb steht der englische Name in Klammern. Wer das T-Deck ohne Handy nutzen will, findet MUI weiter unten.
Was du brauchst
Was
Warum
Tipp
Zwei Knoten für 868 MHz
Ein Mesh braucht mindestens zwei Geräte
Beim Kauf auf „868“ achten, nicht 915. Zum Beispiel T-Deck Plus und ein Heltec V3 oder T-Echo
Antennen für 868 MHz
Ohne Antenne nie einschalten, die Endstufe kann Schaden nehmen
Fest anschrauben, beim Funken senkrecht halten
Handy mit Meshtastic-App
Die App ist die Bedienoberfläche, gefunkt wird nur zwischen den Knoten
Android: Play Store oder F-Droid. iPhone und Mac: App Store
USB-C-Kabel mit Datenleitungen
Flashen und Laden
Reine Ladekabel reichen zum Flashen nicht
Chrome oder Edge am Rechner
Der Web-Flasher braucht Web Serial
Firefox und Safari gehen nicht
Zehn Schritte bis zur ersten Nachricht
Antenne dran
Erst anschrauben, dann einschalten. Gilt bei jedem Neustart.
Firmware prüfen, bei Bedarf flashen
Neue Geräte kommen oft mit alter Firmware. ESP32-Geräte (T-Deck, Heltec): flasher.meshtastic.org in Chrome öffnen, Gerät wählen, neueste 2.7er-Version, beim ersten Mal „Full Erase and Install“. nRF52-Geräte (T-Echo): UF2-Datei per Drag-and-drop, siehe Flashen & Apps.
App installieren, Berechtigungen geben
Bluetooth, Standort und Benachrichtigungen erlauben. Android braucht den Standort, um Bluetooth-Geräte überhaupt zu finden. Das ist eine Android-Regel, keine Meshtastic-Marotte.
Verbinden
Tab „Verbinden“ (Connect), dann „Nach Bluetooth-Geräten suchen“. Gerät antippen, PIN eingeben. Geräte mit Display zeigen die PIN, Geräte ohne Display nutzen 123456. Grüner Punkt = verbunden.
Region setzen
„Einstellungen“ (Settings), Bereich „LoRa“, Region „EU_868“, Speichern. Der Knoten startet neu. Preset bleibt „Long Range - Fast“ (LongFast), Hop-Limit bleibt 3.
Namen vergeben
„Einstellungen“, Bereich „Benutzer“ (User): langer Name und Kurzname mit 4 Zeichen oder einem Emoji. Der Kurzname erscheint bei allen anderen in der Knotenliste.
Zweiten Knoten genauso
Schritte 1 bis 6 wiederholen. Beide auf EU_868 und LongFast, sonst hören sie sich nicht.
Erste Nachricht
Tab „Nachrichten“ (Messages), Kanal „LongFast“, Text tippen, senden. Unter der Nachricht steht erst „Sending“, dann „Delivered to mesh“: ein anderer Knoten hat sie gehört. Am zweiten Gerät kommt sie mit Benachrichtigung an.
Knoten ansehen
Tab „Knoten“ (Nodes): Kurzname, Signalbalken, zuletzt gehört, Entfernung. Grüner Punkt = in den letzten zwei Stunden gehört. Antippen zeigt SNR, RSSI und Akku. Was die Zahlen bedeuten, steht unter Praxis.
Direktnachricht und privater Kanal
Knoten lange drücken, „Direktnachricht“ wählen. Privater Kanal: „Einstellungen“, „Kanäle“ (Channels), „Kanal hinzufügen“, Name vergeben, Schlüssel „Zufällig“, Speichern, QR-Code anzeigen. Am zweiten Gerät den QR-Code scannen und „Hinzufügen“ wählen, nicht „Ersetzen“.
Wenn nach Schritt 8 kein „Delivered“ kommt: Sind beide Knoten auf EU_868? Beide auf LongFast? Ist die Antenne fest? Steht das zweite Gerät in einem anderen Raum, statt direkt neben dem ersten? Zwei Knoten auf demselben Tisch übersteuern sich manchmal. Mehr unter Symptome und Ursachen.
T-Deck ohne Handy: MUI
Erster Start: Ein Bildschirm fragt Region und beide Namen zusammen ab. Danach ein Neustart, fertig.
Startseite: Zeigt Knoten, Kanäle, ungelesene Nachrichten und Akku. Kurz tippen öffnet, lang drücken zeigt mehr.
Kanäle: Gelber Schlüssel = Standardschlüssel, alle lesen mit. Grünes Schloss = eigener Schlüssel. Rotes Schloss = unverschlüsselt.
Schreiben: Chat-Symbol, Kanal oder Knoten antippen, tippen, Enter. Rahmen um die Nachricht: grün = bestätigt, gelb = weitergeleitet, aber ohne Bestätigung des Empfängers, rot = niemand hat wiederholt.
App parallel geht nicht: MUI belegt die einzige Verbindung. Für die App beim Einschalten das Meshtastic-Logo gedrückt halten (Bluetooth Programming Mode) oder im Ausschaltmenü das Bluetooth-Symbol wählen.
Karte: Braucht eine SD-Karte mit Kacheln (256 × 256 PNG). Ohne Karte bleibt der Kartenbildschirm leer, alles andere geht.
Rolle CLIENT lassen. ROUTER ist für Bergkuppen, nicht für die Wohnung.
Position entscheiden. Im öffentlichen Kanal grob oder aus, im privaten Kanal exakt. Einstellung „Position Precision“ je Kanal, siehe Kanäle.
Intervalle nicht verkürzen. Position und Telemetrie so lassen, wie sie sind. Der Kanal gehört allen.
Nachbarn finden. MeshMap zeigt, wer in der Nähe funkt. Für Frankfurt: Mesh Hessen, siehe Community.
Backup ziehen. Einmal meshtastic --export-config am Rechner, dann ist ein Reset kein Drama.
Typische Situationen mit fertigen Einstellungen: Szenarien.
Quellen dieses Abschnitts
Meshtastic-Dokumentation, Android User Guide: Getting Started, Connections, Settings (Radio & User), Messages & Channels, Nodes (Stand Juli 2026); Apple User Guide: Getting Started.
Meshtastic-Dokumentation: Device UIs → Meshtastic UI (Initial Setup, Channels, Chat, Bluetooth Programming Mode); Getting Started → Flashing Firmware.
03 / 22Szenarien
Fünf Situationen, fertig eingestellt. Für jede: welche Geräte, welcher Kanal, wie genau die Position, wie lange der Strom hält und wo es typischerweise hakt. Überall gilt EU_868 und LongFast, außer es steht anders da. Die Schritte dazu stehen im Schnellstart.
Die Szenarien im Vergleich
Szenario
Geräte
Kanal
Position
Strom
Stolperfalle
Wandern zu zweit
Zwei Handgeräte, T-Echo oder T-Deck Plus. Antenne oben am Rucksack, senkrecht
Privater Kanal mit Zufallsschlüssel; Standardkanal behalten, um Fremde zu erreichen
Im privaten Kanal exakt, im Standardkanal aus
T-Echo hält Tage, T-Deck etwa einen Tag; kleine Powerbank mitnehmen
Tal zu Tal ohne Sicht geht nicht. Auf einer Kuppe warten, bis das Häkchen kommt, dann weiter
Familie im Urlaub
Drei bis vier Geräte. Eins bleibt in der Unterkunft am Fenster als CLIENT_BASE, die anderen als Favoriten eintragen
Privater Familienkanal; Standardkanal auf stumm
Exakt im Familienkanal, damit die Karte in der App stimmt
Fenstergerät am Netzteil, Handgeräte abends laden
EU_868 gilt in der EU, Schweiz, Norwegen und Großbritannien. USA und Kanada: US mit 915 MHz, dort braucht es andere Antennen. Kinder ohne Handy bekommen ein T-Deck oder T-Echo, beide gehen allein
Festival, Veranstaltung
Handgeräte mit Display, damit man ohne Handy lesen kann
Privater Gruppenkanal, Standardkanal stumm. Preset bleibt LongFast; wechselt die Gruppe geschlossen auf MediumFast, ist sie schneller, aber vom öffentlichen Mesh getrennt
Exakt im Gruppenkanal, Smart Broadcast an
Powerbank je Gerät, Display-Timeout kurz
Viele Knoten auf engem Raum: Kanalauslastung über 40 % heißt Sendestopp. Nachrichten kurz, Treffpunkt als Canned Message, Range-Test aus
Nachbarschaft in Frankfurt
Ein fester Knoten am Balkon oder Dach (Heltec V3, RAK WisBlock) als CLIENT_BASE plus Handgerät
Standardkanal LongFast, so sieht man Mesh Hessen; privater Kanal für die Straße oder das Haus
Fester Knoten: „Feste Position“, Genauigkeit 13 Bit (etwa 3 km) im öffentlichen Kanal
Netzteil, bei Balkon ohne Steckdose Solar, siehe Strom
Nicht ROUTER wählen, das bremst alle. Vorher auf MeshMap schauen, ob Knoten in Reichweite sind; ohne Nachbarn bleibt es ein Zwei-Geräte-Mesh
Stromausfall, Netz weg
Geladene Handgeräte, dazu der feste Knoten mit Solar oder Powerbank
Standardkanal, um Nachbarn mit Meshtastic zu erreichen; Familienkanal für die eigenen Leute
Grob im Standardkanal
Alles auf Akku: Display-Timeout kurz, Bluetooth nur bei Bedarf, Positionsintervall lang
Kein Notruf, keine Behörden hören mit. Es hört nur, wer auch Meshtastic hat. Für Nachrichten von außen das Radio: Sender in Frankfurt
Welches Gerät wofür
Gerät
Passt zu
Weil
Aber
T-Echo
Wandern, Urlaub, Notfall
E-Ink, GPS, hält mit einer Ladung Tage
Tippen nur über das Handy; drei Tasten und vorgefertigte Nachrichten
T-Deck Plus
Festival, Urlaub, alles ohne Handy
Tastatur, Touchscreen, GPS, MUI läuft allein
Etwa ein Tag Akku; MUI blockiert die App-Verbindung
Heltec V3
Balkon- oder Dachknoten, Einstieg
Günstig, kleines Display, am Netzteil unkritisch
Hungrig am Akku; Antenne der Packung tauschen
RAK WisBlock, T1000-E
Solarknoten, Tracker
nRF52, sehr sparsam, wochenlange Laufzeit
Kein Display oder nur LED; alles über App oder CLI
Frankfurt konkret
Mesh Hessen: meshhessen.de und Telegram t.me/Mesh_Hessen. Dort steht, welches Preset läuft und wo feste Knoten fehlen.
Vorher schauen: MeshMap und die Karte von Liam Cottle zeigen, welche Knoten rund um Frankfurt per MQTT gemeldet sind. Nicht alle Knoten sind dort sichtbar, aber ein Bild bekommt man.
Standard bleibt LongFast: Wer sich davon entfernt, sieht die anderen nicht mehr.
Höhe schlägt Leistung: Ein Knoten am Fenster im vierten Stock erreicht mehr als ein Knoten mit größerer Antenne im Erdgeschoss. Details unter Antennen & Reichweite.
Recht: 868 MHz ist in Deutschland frei, ohne Anmeldung, mit 500 mW ERP und 10 % Sendezeit. Die Firmware hält beides ein, siehe Recht.
Quellen dieses Abschnitts
Meshtastic-Dokumentation: Configuration Tips (Rollen, Zweitkanal, Position), Channel Configuration (Position Precision), Device Configuration (CLIENT_BASE, Favoriten), Regions (EU_868 in Europa, US).
Meshtastic-Blog „Why your mesh should switch from LongFast“ (2025) zur Kanalauslastung in dichten Meshes; Mesh Hessen (meshhessen.de).
04 / 22LoRa-Grundlagen
LoRa tauscht Geschwindigkeit gegen Reichweite. Statt schnell zu senden, zieht es jedes Bit als Frequenzrampe („Chirp“) über die Zeit. Je länger der Chirp, desto tiefer kann der Empfänger ins Rauschen hineinhören, und desto weniger Daten passen durch. Drei Regler bestimmen alles: Spreading Factor, Bandbreite, Coderate.
Die drei Regler
Parameter
Was er tut
Wertebereich
Faustregel
Spreading Factor (SF)
Wie viele Chips ein Symbol trägt: 2SF. Höher = längeres Symbol, empfindlicherer Empfang
5–12 (SX126x, LR11xx); 7–12 bei alten SX127x
Jede Stufe hoch: doppelte Airtime, rund 2,5 dB mehr Link-Budget
Bandbreite (BW)
Wie breit der Chirp im Spektrum ist
125 · 250 · 500 kHz (Meshtastic), dazu 31,25 und 62,5 kHz
Verdoppeln: doppelte Datenrate, rund 3 dB weniger Link-Budget
Coderate (CR)
Fehlerschutz: 4 Datenbits werden auf 5 bis 8 Bits aufgeblasen
4/5 · 4/6 · 4/7 · 4/8
4/8 kostet doppelte Airtime gegenüber unkodiert, hält aber Störer besser aus
Ein LoRa-Paket im Zeit-Frequenz-Bild. Der Wert eines Symbols steckt in der Startfrequenz des Chirps. Meshtastic nutzt 16 Präambel-Symbole statt der üblichen 8, damit schlafende Empfänger genug Zeit zum Aufwachen haben, und das Sync-Word 0x2B, damit fremde LoRa-Netze ignoriert werden.
Symboldauer und Datenrate
Symboldauer Ts = 2SF / BW. Alles andere folgt daraus: Präambel, Nutzlastdauer, Duty Cycle. Werte für die drei Meshtastic-Bandbreiten:
Symboldauer für jeden Spreading Factor Tabelle, nur zum Nachrechnen
Ab etwa 16 ms Symboldauer schaltet der Chip die „Low Data Rate Optimization“ ein und opfert zwei Bit je Symbol, damit der Takt nicht wegdriftet. Das betrifft SF11 und SF12 bei 125 kHz und SF12 bei 250 kHz. Die exakte Airtime eines Pakets liefert der Airtime-Rechner.
Dezibel ohne Schrecken
dBm ↔ Milliwatt
dBm
mW
Wo es vorkommt
0
1
Referenz
10
10
EU_433 Grenze (ERP)
14
25
868,0–868,6 MHz SRD-Grenze
20
100
Typische Boards mit SX1276
22
158
SX1262 maximal
27
500
EU_868 Grenze (ERP)
28
631
Heltec V4 mit Verstärker
30
1000
US-Grenze, 1-W-Boards
3 dB = doppelt, 10 dB = zehnfach. Zwei Werte in dBm werden nicht addiert, Gewinne in dB schon.
Empfangspegel lesen
RSSI
SNR
Bedeutung
über −90 dBm
über +5 dB
Sehr gut, Knoten in Sichtweite
−90 bis −115 dBm
0 bis +5 dB
Normal, stabile Verbindung
−115 bis −125 dBm
−10 bis 0 dB
Grenzbereich, LoRa dekodiert noch unter dem Rauschen
unter −125 dBm
unter −15 dB
Abrisskante; LongFast hört bis etwa −20 dB SNR
LoRa arbeitet unter dem Rauschteppich: negativer SNR ist normal. Beide Werte zeigt die App je Knoten und je Nachricht.
Link-Budget und Freiraumdämpfung
Die Formeln dahinter Link-Budget und Freiraumdämpfung
FSPL [dB] = 20 · log10(d [km]) + 20 · log10(f [MHz]) + 32,44Freiraumdämpfung bei 869,5 MHz: 1 km ≈ 91 dB · 10 km ≈ 111 dB · 100 km ≈ 131 dB
153 dB Budget minus 131 dB für 100 km lässt im Freiraum sogar Reserve. Der Haken: Freiraum gibt es nur zwischen Bergen und zu Ballons. Häuser, Bäume, die Erdkrümmung und der eigene Körper kosten schnell 20 bis 40 dB, und damit einen Faktor 10 bis 100 in der Entfernung. Deshalb zählt die Antenne oben mehr als jedes Watt, siehe Antennen & Reichweite.
Was LoRa nicht ist
System
Gemeinsam
Unterschied
Kompatibel mit Meshtastic?
LoRaWAN / TTN / Helium
Gleiche Modulation, gleiche Chips
Sternnetz mit Gateways und Servern im Internet, feste Kanalpläne, Sensor-zu-Cloud
Nein
MeshCore
Gleiche Boards, LoRa-Mesh für Text
Andere Firmware, Repeater-basiertes Routing statt Fluten, eigenes Paketformat
Nein, aber dieselbe Hardware lässt sich umflashen
Reticulum / RNode
LoRa als eine von vielen Trägerschichten
Kryptografisches Routing-Protokoll, eigene Apps (Sideband, NomadNet)
Nein
LoRa-APRS
LoRa auf 433 MHz
Amateurfunk-Positionsbaken ins APRS-IS, unverschlüsselt, Lizenz nötig
Meshtastic routet nicht, es flutet, aber mit Manieren. Jeder Knoten wiederholt ein Paket genau einmal, und nur, wenn er nicht vorher gehört hat, dass es ein anderer schon getan hat. Wer das Paket am schwächsten empfangen hat, darf zuerst: so wandert die Nachricht bevorzugt nach außen. Bei Hop-Limit 0 ist Schluss.
Der Weg eines Pakets
Senden
Der Knoten prüft per Channel Activity Detection, ob der Kanal frei ist (CSMA/CA). Ist er belegt, wartet er; danach noch eine zufällige Zahl Zeitschlitze aus dem Contention Window, das mit der Kanalauslastung wächst. Das Paket geht mit Hop-Limit 3 und Hop-Start 3 auf die Reise.
Empfangen und prüfen
Jeder Empfänger schaut in seine Liste kürzlich gesehener Paket-IDs. Schon bekannt: verwerfen. Neu: an die App weitergeben, falls der Kanalschlüssel passt, und zum Wiederholen vormerken.
Warten, gestaffelt nach SNR
Schwacher Empfang (niedriger SNR) heißt weit weg, also kurze Wartezeit. Starker Empfang heißt nah dran, also lange Wartezeit. Hört ein Knoten in seiner Wartezeit die Wiederholung eines anderen, verwirft er seine eigene.
Wiederholen
Hop-Limit um eins verringern, Relay-Byte auf die eigene Adresse setzen, senden. ROUTER-Knoten überspringen das Warten weitgehend und wiederholen immer, auch wenn andere es schon getan haben.
Bestätigen
Bei Broadcasts gilt: hört der Absender irgendeine Wiederholung seines Pakets, ist das die Bestätigung (impliziter ACK). Hört er nichts, sendet er bis zu dreimal neu. Direktnachrichten bekommen zusätzlich einen echten ACK vom Empfänger.
Das Beispiel aus der Meshtastic-Dokumentation als Zeitstrahl: Knoten 2 hört den Absender schwach und wiederholt deshalb zuerst. Knoten 1 hört diese Wiederholung und schweigt. Knoten 3 hat das Paket erstmals gehört und trägt es mit Hop-Limit 1 weiter.
Hops richtig verstehen
Standard
3 Hops
„Really, 3 is fine“, so die Dokumentation
Maximum
7 Hops
3 Bit im Paketkopf, mehr geht technisch nicht
Hops away
Start − Limit
Die App rechnet Hop-Start minus Hop-Limit beim Empfang
Wiederholungen
bis 3
bei fehlendem ACK, dann NAK an die App
Mehr Hops heißt nicht mehr Reichweite, sondern mehr Kollisionen. Jeder zusätzliche Hop vervielfacht die Sendungen im ganzen Mesh. Wer wirklich 4 oder 5 braucht, setzt sie nur an den Randknoten, nicht in der Mitte. Seit Firmware 2.7.11 wiederholt ein Knoten ein bereits gesehenes Paket noch einmal, wenn eine spätere Kopie mehr Hops übrig hat.
Rollen
Rolle
Wiederholt
Sichtbar
Wofür
Hinweis
CLIENT
Ja, wenn kein anderer es getan hat
Ja
Der Normalfall: Handgerät, Dachknoten, alles
Standard. In fast allen Fällen die richtige Wahl
CLIENT_MUTE
Nie
Ja
Zweit- und Drittgerät neben einem besser platzierten Knoten, Innenraum
Spart Airtime, wenn mehrere eigene Knoten dicht beieinander stehen
CLIENT_BASE
Immer für favorisierte Knoten, sonst wie CLIENT
Ja
Eigener Dach- oder Dachbodenknoten, der die eigenen schwachen Geräte nach draußen trägt
Seit 2.7.10. Die eigenen Knoten dort als Favoriten markieren
CLIENT_HIDDEN
Nur lokale Kanäle
Nein
Verdeckte oder stromsparende Knoten
Periodische Sendungen aus
ROUTER
Immer, mit Vorrang, im frühen Zeitfenster
Ja
Bergkuppe, Sendemast, exponierte Lage mit Blick über viele Knoten
Bluetooth und WLAN aus, Stromsparen erzwungen (ESP32). Nicht fürs Wohnhaus
ROUTER_LATE
Immer, aber erst nach allen anderen
Ja
Funklöcher lokal schließen, ohne dem großen Mesh Airtime zu nehmen
Kein Ersatz für einen Dachknoten, dafür gibt es CLIENT_BASE
REPEATER
Immer, mit Vorrang
Nein
Reine Infrastruktur ohne Eintrag in der Knotenliste
Seit 2.7.11 abgekündigt, weil unsichtbare Knoten Lücken im Wiederholungsverlauf erzeugen
TRACKER
Nur wach
Ja
Positionen mit Vorrang, schläft zwischen den Sendungen
Fahrzeug, Rucksack, Tier
SENSOR
Nur wach
Ja
Telemetrie mit Vorrang, schläft dazwischen
Wetterstation, Umweltsensor
TAK / TAK_TRACKER
Ja
Ja
Anbindung an ATAK, PLI-Positionen
Reduziert Routine-Sendungen
LOST_AND_FOUND
Ja
Ja
Sendet regelmäßig seine Position als Nachricht in den Standardkanal
Zum Wiederfinden eines verlorenen Geräts
ROUTER ist keine Belohnung für einen guten Standort im Wohnzimmer. Die Dokumentation empfiehlt ausdrücklich CLIENT, CLIENT_MUTE oder CLIENT_BASE. Unnötige ROUTER erhöhen Kollisionen, senken die Zustellrate und verbrauchen Hops, weil sie bevorzugt und immer wiederholen. Vor dem Umstellen mit der lokalen Community sprechen.
Rebroadcast-Modus
Alle sechs Modi Standard ist ALL, das passt fast immer
Modus
Verhalten
ALL (Standard)
Wiederholt alles, was mit denselben Modem-Einstellungen ankommt, auch Pakete fremder Kanäle, die der Knoten nicht entschlüsseln kann
ALL_SKIP_DECODING
Wie ALL, ohne Entschlüsselungsversuch. Nur für REPEATER
LOCAL_ONLY
Nur Pakete der eigenen primären und sekundären Kanäle
KNOWN_ONLY
Wie LOCAL_ONLY, zusätzlich nur von Knoten, die in der eigenen Knotenliste stehen
CORE_PORTNUMS_ONLY
Nur NodeInfo, Text, Position, Telemetrie und Routing. Kein Range-Test, kein Paxcounter, kein TAK
NONE
Keine Wiederholung. Nur für SENSOR, TRACKER, TAK_TRACKER
Direktnachrichten: Next-Hop seit 2.6
Broadcasts werden geflutet, Direktnachrichten seit Firmware 2.6 nicht mehr durchgehend. Die erste Nachricht flutet noch; kommt die Antwort über denselben Relais-Knoten zurück, merkt sich der Absender dessen Adresse im Feld Next Hop. Danach wiederholt nur noch dieser eine Knoten. Passt das nicht mehr, etwa weil sich jemand bewegt hat, fällt der letzte Sendeversuch auf Fluten zurück. Ältere Firmware im Pfad wird pro Hop automatisch überbrückt.
Regelmäßiger Verkehr und Kanalauslastung
Paket
Intervall (Dokumentation)
Firmware 2.7.26
Bemerkung
Position
15 min, mit Smart Broadcast bei Bewegung öfter
Voreinstellung 60 min; auf dem öffentlichen Kanal nie unter 60 min
Smart Broadcast: frühestens nach 100 m und 5 min
Gerätetelemetrie
30 min
Senden ins Mesh seit 2.7.0 standardmäßig aus; eingeschaltet 60 min
An die App geht der Akkustand trotzdem jede Minute
NodeInfo
3 h
3 h, Minimum 1 h
Zusätzlich auf Anfrage, wenn ein Knoten einen Unbekannten hört
Ab 40 online gesehenen Knoten verlängert die Firmware diese Intervalle automatisch. Zwei Messwerte zeigen jede App: Channel Utilization (wie voll der Kanal insgesamt ist, Fenster eine Minute) und Air Util TX (eigener Sendeanteil in der letzten Stunde). Die Firmware zieht daraus Konsequenzen:
Schwelle
Wirkung in der Firmware
Channel Utilization über 25 %
Höfliche Sendungen (Telemetrie, NodeInfo, Nachbarinfo) werden zurückgehalten
Channel Utilization ab 40 %
Der Knoten sendet gar nicht mehr, „Ch. util > 40 %, skip send“
Air Util TX über 5 % (EU)
Ab der Hälfte des Duty-Cycle-Budgets keine Metadaten mehr
Air Util TX über 10 % (EU)
Duty-Cycle-Grenze erreicht: jede Sendung wird abgewiesen, bis das rollende Stundenfenster wieder Luft hat
Faustregel aus dem Projekt-Blog: Über 60 Knoten auf engem Raum lohnt der Wechsel von LongFast auf MediumSlow oder MediumFast. In Wellington mit mehr als 150 Knoten auf LongFast lag die Kanalauslastung an belebten Standorten über 65 %, und das Mesh war praktisch unbenutzbar.
Knotenliste (NodeDB)
Wie viele Knoten ein Gerät speichert je nach Chip 10 bis 250
Plattform
Maximale Knoten (Firmware 2.7.26)
nRF52840 (T-Echo, RAK4631, T114, T1000-E)
80
ESP32-S3 mit 16 MB Flash (T-Deck, Heltec V4-R8)
250
ESP32-S3 mit 8 MB Flash (Heltec V3)
200
ESP32 klassisch, RP2040
100
STM32WL
10
Ist die Liste voll, fliegt der älteste, uninteressanteste Eintrag heraus; Favoriten bleiben. Firmware 2.8 baut die Speicherung um (120 Knoten „heiß“ auf nRF52 plus eine zweite Stufe).
In Deutschland heißt die Region EU_868. Sie deckt nur ein 250 kHz schmales Fenster von 869,400 bis 869,650 MHz ab, dafür mit 500 mW ERP und 10 % Duty Cycle, dem großzügigsten Teilband im europäischen SRD-Bereich. Ohne gesetzte Region sendet ein Knoten gar nicht.
Die beiden EU-Regionen
Region
Frequenzbereich
Leistungsgrenze
Duty Cycle
Slots mit LongFast
Voreingestellter Slot
EU_868
869,400–869,650 MHz
27 dBm ERP (500 mW)
10 % je Stunde
1
Slot 1 = 869,525 MHz
EU_433
433,000–434,000 MHz (Firmware)
10 dBm ERP (10 mW)
10 % je Stunde
4
Slot 4 = 433,875 MHz
EU_868: die Wahl für fast alle
50-mal mehr Sendeleistung als EU_433
Der europaweit meistgenutzte Bereich, hier sind die öffentlichen Meshes
Nachteil: nur ein Frequenzslot, alle teilen sich 250 kHz
EU_433: das Nischenband
Bessere Ausbreitung durch Vegetation und Gebäude, aber nur 10 mW ERP
Längere Antennen (λ/4 ≈ 16 cm), weniger Gerätevarianten
Praktisch kein öffentliches Mesh; eher für geschlossene Gruppen
Die Firmware nutzt 433,0–434,0 MHz, das offizielle SRD-Band reicht von 433,050 bis 434,790 MHz (offenes Issue #3371)
Wie der Frequenzslot entsteht
Wie die Frequenz zustande kommt Bandplan und FormelDas SRD-Band 863–870 MHz und seine Teilbänder. Meshtastic nutzt nur das Fenster mit 500 mW und 10 %: dort passt genau ein 250-kHz-Kanal hinein. Mit 125-kHz-Presets (LongModerate, LongSlow) ergeben sich rechnerisch zwei Slots, 500-kHz-Presets passen nicht und fallen auf LongFast zurück.
Slots = ⌊(fEnde − fStart) / BW⌋ · Slot = (hash(Kanalname) mod Slots) + 1 · f = fStart + BW/2 + (Slot − 1) · BWEU_868 mit 250 kHz: ⌊0,25 / 0,25⌋ = 1 Slot bei 869,525 MHz. Hash: djb2 über den Namen des primären Kanals, bei leerem Namen über den Preset-Namen („LongFast“)
Ein anderer Name für den primären Kanal kann die Frequenz verschieben. In EU_868 mit 250 kHz nicht, da gibt es nur einen Slot. In EU_433 (4 Slots), in den USA (104 Slots) oder mit 125-kHz-Presets aber schon: Dann landet man auf einem anderen Slot als der Rest der Stadt. Abhilfe: den Frequenzslot in der LoRa-Konfiguration fest setzen. Firmware 2.8 rechnet die Slots mit Schutzabständen neu, für EU_868 und EU_433 ändert sich dadurch nichts.
Duty Cycle: das Stundenbudget
Erlaubt
10 %
der Zeit senden, das sind 6 Minuten je Stunde
Fenster
rollend 1 h
jede Minute neu bewertet
LongFast-Text
≈ 0,7 s
je Paket mit 40 Byte, also gut 500 Pakete je Stunde inklusive Wiederholungen
Bei Überschreitung
Sendestopp
Fehler „Duty cycle limit exceeded“, Senden geht weiter, sobald wieder Budget da ist
Das Budget zählt alles, was der eigene Knoten sendet: eigene Nachrichten, ACKs, Telemetrie, und jedes wiederholte Paket anderer. Ein fleißiger Dachknoten in einem regen Mesh kommt an die Grenze. Die Option Override Duty Cycle schaltet die Bremse ab und verletzt damit die Zuteilung; sie ist für Europa nicht gedacht. Wer knapp wird: Positions- und Telemetrieintervalle verlängern, Rolle prüfen, Preset wechseln. Die Airtime je Paket rechnet der Rechner.
Alle Regionen der Firmware
Zum Nachschlagen, etwa für Reisen: Frequenzbereich, Leistungsgrenze und Duty Cycle, wie sie in Firmware 2.7.26 und der Dokumentation stehen. Die Firmware hält diese Grenzen ein, egal was man in „TX Power“ einträgt.
Alle Regionen weltweit nur für Reisen interessant
Code
Gebiet
MHz
Leistung (dBm)
Duty Cycle (%)
EU_868
Europa
869,4–869,65
27
10
EU_433
Europa
433,0–434,0
10
10
US
USA, Kanada
902,0–928,0
30
100
ANZ
Australien, Neuseeland
915,0–928,0
30
100
ANZ_433
Australien, Neuseeland
433,05–434,79
14
100
CN
China
470,0–510,0
19
100
JP
Japan
920,5–923,5
13
100
KR
Korea
920,0–923,0
23
100
TW
Taiwan
920,0–925,0
27
100
RU
Russland
868,7–869,2
20
100
IN
Indien
865,0–867,0
30
100
NZ_865
Neuseeland
864,0–868,0
36
100
TH
Thailand
920,0–925,0
27
10
UA_433
Ukraine
433,0–434,7
10
10
UA_868
Ukraine
868,0–868,6
14
1
MY_433
Malaysia
433,0–435,0
20
100
MY_919
Malaysia
919,0–924,0
27
100
SG_923
Singapur
917,0–925,0
20
100
PH_433
Philippinen
433,0–434,7
10
100
PH_868
Philippinen
868,0–869,4
14
100
PH_915
Philippinen
915,0–918,0
24
100
KZ_433
Kasachstan
433,075–434,775
10
100
KZ_863
Kasachstan
863,0–868,0
30
100
NP_865
Nepal
865,0–868,0
30
100
BR_902
Brasilien
902,0–907,5
30
100
LORA_24
weltweit, nur SX128x
2400,0–2483,5
10
100
Die Leistungsgrenzen sind für die EU als ERP hinterlegt, für die USA als EIRP. Reisen: Die Region muss zum Aufenthaltsland passen, und alle Knoten eines Meshes müssen dieselbe Region und dasselbe Preset haben.
Ausblick Firmware 2.8 (Alpha, September 2026): neue EU-Regionen EU_866 (865,6–867,6 MHz, 27 dBm, 2,5 % Duty Cycle, eigene „Lite“-Presets mit 125 kHz) und EU_N_868 (dasselbe Fenster wie EU_868, aber schmale 62,5-kHz-„Narrow“-Presets), dazu Amateurfunkregionen für 2 m und 70 cm. In den USA wird LongTurbo statt LongFast Standard für neue Knoten, LongFast und LongTurbo hören sich nicht. Für Deutschland bleibt EU_868 mit LongFast der gemeinsame Nenner.
Quellen dieses Abschnitts
Meshtastic-Dokumentation: Radio Settings (Europe Frequency Bands, Frequency Slot Calculator), LoRa Configuration (Regionstabelle, Duty-Cycle-Hinweis), Region by Country (Deutschland, Österreich, Schweiz: EU_868 / EU_433).
Firmware RadioInterface.cpp: Regionstabelle mit Quellenkommentaren (EN 300 220-2 V3.2.1 Tabelle B.1, 500 mW / 27 dBm), Slot-Formel, djb2-Hash; Branch develop für die 2.8-Regionen; Issue #3371 zu EU_433.
Ein Preset ist ein Bündel aus Spreading Factor, Bandbreite und Coderate. Alle Knoten eines Meshes müssen dasselbe Preset fahren, sonst hören sie sich nicht. LongFast ist der Standard und der gemeinsame Nenner der öffentlichen Meshes. Schnellere Presets lohnen sich erst, wenn eine Gruppe geschlossen wechselt.
Die Presets im Vergleich
Preset
SF
Bandbreite
Coderate
Datenrate
Link-Budget
Empfindlichkeit ca.
Einordnung
ShortTurbo
7
500 kHz
4/5
21,88 kbit/s
140 dB
−117 dBm
Schnellstes Preset. In EU_868 nicht nutzbar: 500 kHz passen nicht ins 250-kHz-Fenster, die Firmware fällt auf LongFast zurück
ShortFast
7
250 kHz
4/5
10,94 kbit/s
143 dB
−121 dBm
Sehr dichte Meshes, Veranstaltungen, Innenstadt mit vielen Knoten auf Sichtweite
ShortSlow
8
250 kHz
4/5
6,25 kbit/s
145,5 dB
−124 dBm
Wie ShortFast mit etwas mehr Reserve
MediumFast
9
250 kHz
4/5
3,52 kbit/s
148 dB
−127 dBm
Beliebter Kompromiss großer Stadtmeshes: dreifache Datenrate von LongFast bei 5 dB weniger Budget
MediumSlow
10
250 kHz
4/5
1,95 kbit/s
150,5 dB
−130 dBm
Empfehlung des Projekts für Meshes ab etwa 60 Knoten, wenn LongFast voll wird
LongFast ★
11
250 kHz
4/5
1,07 kbit/s
153 dB
−133 dBm
Standard. Das öffentliche Mesh in Deutschland läuft hier
LongModerate
11
125 kHz
4/8
0,34 kbit/s
156 dB
−136 dBm
Mehr Reichweite für weite, dünn besetzte Landstriche; dreifache Airtime
LongSlow
12
125 kHz
4/8
0,18 kbit/s
158,5 dB
−137 dBm
Seit 2.7 als veraltet markiert. Maximale Reichweite, Pakete dauern Sekunden
LongTurbo
11
500 kHz
4/8
1,34 kbit/s
150 dB
–
Für breite Bänder (USA). In EU_868 nicht nutzbar. Ab 2.8 US-Standard für neue Knoten
VeryLongSlow
12
62,5 kHz
4/8
–
–
–
Seit 2.5 veraltet, in der Firmware nicht mehr hinterlegt (fällt auf LongFast zurück). Hält trotzdem den Reichweitenrekord von 331 km
Datenrate und Link-Budget aus der Meshtastic-Dokumentation (Semtech-Rechner, 22 dBm Sendeleistung, 0 dBi Antenne). Empfindlichkeiten sind Näherungen aus dem Meshtastic Site Planner. SF, Bandbreite und Coderate entsprechen der Firmware 2.7.26 (MeshRadio.h).
Jede Stufe Spreading Factor verdoppelt die Sendezeit, jede Halbierung der Bandbreite ebenfalls. LongSlow braucht für eine Textnachricht zehnmal so lange wie LongFast und frisst das Duty-Cycle-Budget entsprechend schneller.
Welches Preset wofür
Öffentliches Mesh mitmachen
LongFast, Region EU_868, Standardkanal. Alles andere trennt vom Rest der Stadt. Ein anderer Name für den primären Kanal ist hier unkritisch, weil EU_868 nur einen Slot hat.
Große Stadt, voller Kanal
MediumSlow oder MediumFast, aber nur, wenn die Community den Wechsel gemeinsam beschließt. Beispiele aus dem Projekt-Blog: Bay Area mit über 150 Knoten auf MediumSlow.
Weites Land, wenige Knoten
LongModerate für ein paar dB mehr, wenn die Knoten auf Bergen stehen und Airtime keine Rolle spielt. In der Praxis bringt eine bessere Antenne dasselbe ohne Airtime-Preis.
Geschlossene Gruppe, Event
ShortFast oder ShortSlow auf einem eigenen Slot, sofern die Region mehrere hat. In EU_868 teilt man sich trotzdem die eine Frequenz mit dem LongFast-Mesh, hört es aber nicht.
Eigene Modem-Einstellungen
Statt eines Presets lassen sich SF (5–12), Bandbreite (31,25 · 62,5 · 125 · 250 · 500 kHz) und Coderate (4/5 bis 4/8) einzeln setzen. Faustregeln aus der Dokumentation:
Eine Stufe SF höher: doppelte Airtime, etwa 2,5 dB mehr Link-Budget
Bandbreite verdoppeln: fast 3 dB weniger Link-Budget, doppelte Datenrate
Unter 62,5 kHz braucht der Chip einen TCXO, sonst driftet die Frequenz
SF5 und SF6 nur auf SX126x, LR11xx, SX128x; alte SX127x klemmen auf SF11
Nach dem Ändern startet der Knoten neu und erzeugt einen neuen Kanal-QR-Code, den alle Teilnehmer brauchen
Nicht am Preset drehen, um ein Reichweitenproblem zu lösen. LongFast auf LongSlow bringt rund 5 dB. Eine Antenne zwei Meter höher, ein Kabel weniger oder ein zusätzlicher Knoten auf dem Dach bringen mehr, und das ohne die zehnfache Airtime. Details in Antennen & Reichweite.
Quellen dieses Abschnitts
Meshtastic-Dokumentation: Radio Settings (Presets-Tabelle, Considerations, Custom Settings), LoRa Configuration (Preset-Reihenfolge, ShortTurbo-Hinweis), Site Planner (Empfindlichkeiten).
Firmware MeshRadio.h (modemPresetToParams), config.proto (Deprecation-Hinweise zu LongSlow und VeryLongSlow), RadioInterface.cpp (Rückfall auf LongFast bei zu schmaler Region).
Meshtastic-Blog: „Why your mesh should switch from LongFast“ (April 2025).
08 / 22Kanäle & Verschlüsselung
Kanäle sind Gruppen mit Schlüssel, keine Frequenzen. Alle acht Kanäle eines Knotens funken auf derselben Frequenz mit demselben Preset. Was sie trennt, ist der Name und der Schlüssel (PSK). Wer beides hat, liest mit; alle anderen wiederholen das Paket trotzdem brav weiter.
Acht Plätze, eine Frequenz
Index
Rolle
Aufgabe
0
PRIMARY
Immer vorhanden, nicht abschaltbar. Sein Name bestimmt den Frequenzslot, über ihn gehen Position, Telemetrie und NodeInfo
Leer auf dem Primärkanal = Standardkanal, angezeigt als „LongFast“. Der Name „admin“ war der alte Fernwartungskanal
PSK
0 · 16 · 32 Byte
0 = unverschlüsselt, 16 Byte = AES-128, 32 Byte = AES-256. „random“ in den Apps erzeugt einen 256-Bit-Schlüssel
Uplink / Downlink
an / aus
Ob Pakete dieses Kanals zu einem MQTT-Broker gehen bzw. von dort ins Mesh kommen. Standard: beides aus
Position Precision
0–32 Bit
Wie genau die eigene Position in diesem Kanal geteilt wird, siehe unten
Mute
an / aus
Keine Benachrichtigung, kein Summer für diesen Kanal
Der Standardschlüssel AQ==
Ab Werk ist der Primärkanal mit dem Ein-Byte-Schlüssel 0x01 (Base64: AQ==) „verschlüsselt“. Die Firmware expandiert ihn zu einem fest einprogrammierten 128-Bit-Schlüssel, den jeder kennt. Das ist Absicht: So können sich alle Knoten der Welt auf dem Standardkanal unterhalten. Privat ist daran nichts. Für vertrauliche Gruppen einen Zweitkanal mit zufälligem Schlüssel anlegen und den Primärkanal für die Öffentlichkeit lassen.
Jeder, der den Index errät. Öffentlich bekannte Ableitungen
Tests, offene Themenkanäle
Zufälliger 256-Bit-Schlüssel
Nur, wer den QR-Code bekommen hat
Familie, Verein, Einsatzgruppe
Kein Schlüssel
Jeder, auch mit fremder Software
Amateurfunkbetrieb (dort ist Verschlüsselung verboten)
Teilen per QR-Code oder URL
Die Apps erzeugen eine URL der Form https://meshtastic.org/e/#…, die alle Kanäle samt Schlüsseln und die LoRa-Einstellungen (Region, Preset, Slot) enthält. Wer sie einliest, übernimmt die komplette Kanalliste. Deshalb:
Den QR-Code eines privaten Kanals nur denen geben, die hineingehören; er ist der Schlüssel
„Kanal hinzufügen“ statt „ersetzen“ wählen, wenn man nur einen Zweitkanal ergänzen will
Nach dem Einlesen prüfen, ob Region und Preset noch stimmen
Auf unbeaufsichtigten Knoten (Dach, Berg) keine privaten Schlüssel hinterlegen: Wer das Gerät in die Hand bekommt, liest sie aus
Verschlüsselung, ehrlich eingeordnet
Was
Kanalnachrichten
Direktnachrichten (seit 2.5)
Verfahren
AES-256-CTR mit dem Kanal-PSK, Nonce aus Knotennummer und Paket-ID
X25519-Schlüsselaustausch, AES-CCM mit Prüfsumme (PKI)
Vertraulichkeit
Ja, solange der PSK geheim bleibt
Ja, nur der Empfänger kann lesen
Integrität
Nein: kein MAC, Manipulation wäre möglich (Issue #4030)
Ja
Absender-Echtheit
Nein: Wer den PSK hat, kann jede Absenderkennung vortäuschen
Ja, signiert. Seit 2.7 mit Schlüsselverifizierung, ab 2.8 zusätzlich XEdDSA-Signaturen
Forward Secrecy
Nein: Wer den Schlüssel später bekommt, liest alles Mitgeschnittene
Nein
Paketkopf
Immer unverschlüsselt: Absender, Empfänger, Paket-ID, Hop-Zähler, Kanal-Hash. Wer mithört, sieht wer mit wem, nicht was
Meshtastic ist kein Signal. Die Dokumentation sagt es selbst: keine Perfect Forward Secrecy, keine Integrität auf Kanälen, keine Authentifizierung auf Kanälen. Für den Hobbyeinsatz und gegen passives Mitlesen reicht das. Für mehr: Schlüssel gelegentlich wechseln, Direktnachrichten statt Kanal nutzen, keine privaten Schlüssel auf Außenknoten.
Positionsgenauigkeit je Kanal
Statt die Position ganz abzuschalten, kann man sie unscharf teilen. Der Wert gibt an, wie viele Bits der Koordinate gesendet werden:
Bits
Genauigkeit
Bemerkung
0
keine Position
Der Kanal bekommt nie eine Position
10
≈ 23 km
Untere Grenze, die der öffentliche MQTT-Server weiterreicht
11
≈ 12 km
12
≈ 6 km
13
≈ 3 km
Firmware-Vorgabe für neue Kanäle
14
≈ 1,5 km
15
≈ 730 m
16
≈ 360 m
Obere Grenze für den öffentlichen MQTT-Server
17
≈ 180 m
18
≈ 90 m
19
≈ 45 m
32
exakt
Volle GPS-Genauigkeit
Seit 2.7.1 kann die Position auf dem Primärkanal aus und stattdessen auf einem privaten Zweitkanal an sein. Automatisch beliefert wird dann der Zweitkanal mit dem kleinsten Index, der Position erlaubt. Firmware 2.8 lässt auf Kanälen mit bekanntem Schlüssel keine exakte Position mehr zu.
Quellen dieses Abschnitts
Meshtastic-Dokumentation: Channel Configuration (Index, Rollen, Name, PSK, Position Precision), Encryption (Verfahren, Grenzen, Änderungen seit 2.5), Configuration Tips (Position auf Zweitkanal).
Protobuf channel.proto (Ableitung des Standardschlüssels aus 0x01), channel.options (Name max. 12 Byte), Python-Bibliothek (URL-Format /e/#).
Meshtastic-Blog „Introducing new Public Key Cryptography in v2.5“ (2024); Release Notes 2.8.0.
09 / 22Konfiguration
Drei Einstellungen entscheiden, ob es funkt: Region, Preset, Kanal. Alles andere ist Feintuning. Wer in einem großen Mesh unterwegs ist und nicht weiß, was ein Regler tut, lässt ihn stehen. Die Tabellen zeigen die Voreinstellung der Firmware 2.7 und was man sinnvoll ändern kann.
Reihenfolge beim Einrichten
Region: EU_868
Pflicht. Ohne Region zeigt das Display eine Warnung und der Knoten sendet nichts. Danach Neustart.
Preset: LongFast, Hop-Limit 3
Beides ist Standard und bleibt so, solange die lokale Community nichts anderes vereinbart hat.
Name
Langer Name bis 39 Zeichen (Feld im Protokoll: 40 Byte), kurzer Name 4 Zeichen oder ein Emoji. Der kurze Name erscheint auf fremden Displays und Karten.
Rolle: CLIENT
Bleibt CLIENT. Zweitgerät neben dem Hauptknoten: CLIENT_MUTE. Eigener Dachknoten für die eigenen Geräte: CLIENT_BASE.
Position und Telemetrie prüfen
Entscheiden, ob und wie genau die Position geteilt wird (Position Precision je Kanal). Intervalle nicht kürzer stellen als voreingestellt.
Bluetooth-PIN
Geräte mit Display zeigen eine Zufalls-PIN. Geräte ohne Display nutzen die feste PIN 123456: ändern.
LoRa
Einstellung
Voreinstellung
Empfehlung
Region
UNSET (sendet nicht)
EU_868. EU_433 nur für geschlossene 433-MHz-Gruppen
Modem Preset
LongFast
Belassen, außer die Community wechselt gemeinsam
Hop Limit
3 (max. 7)
Belassen. Mehr nur an Randknoten
TX Power
0 = regionales Maximum
Belassen. Bei Antennen mit hohem Gewinn ggf. senken, damit die ERP-Grenze hält (Recht)
Frequency Slot
0 = aus Kanalname berechnet
In EU_868 egal (1 Slot). Sonst fest setzen, wenn der Primärkanal umbenannt wurde
Override Duty Cycle
aus
Aus lassen. Ein bedeutet Regelverstoß in der EU
SX126x RX Boosted Gain
aus
Ein bei SX1262-Boards mit Netzstrom: etwas mehr Empfindlichkeit für etwas mehr Strom
OK to MQTT
aus
Ein, wenn die eigenen Pakete auf MQTT-Karten erscheinen dürfen
Ignore MQTT
aus
Ein, wenn man nur Funkpakete sehen will
Override Frequency
0
Nur Amateurfunk mit Lizenz; nicht für SRD-Betrieb
Gerät, Position, Telemetrie
Einstellung
Voreinstellung
Bemerkung
Rolle
CLIENT
Siehe Rollen. ROUTER schaltet Bluetooth und WLAN ab
Rebroadcast Mode
ALL
LOCAL_ONLY, wenn fremde Meshes auf derselben Frequenz nicht mitgetragen werden sollen
NodeInfo-Intervall
3 h (min. 1 h)
Belassen
GPS-Modus
ENABLED bzw. NOT_PRESENT
Je nach Hardware. Ohne GPS liefert das Handy die Position an den Knoten
GPS-Update
2 min
Länger spart Strom, GPS ist ein großer Verbraucher
Positions-Intervall
Doku 15 min, Firmware 2.7.26: 60 min
Auf dem Standardkanal erzwingt die Firmware mindestens 60 min
Smart Broadcast
an, ab 100 m und 5 min
Sendet bei Bewegung öfter, im Stand seltener. Belassen
Feste Position
aus
Für Dach- und Solarknoten ohne GPS: einmal Koordinaten setzen, GPS aus
Gerätetelemetrie ins Mesh
seit 2.7.0 aus
Ein nur, wenn andere den Akkustand des Knotens sehen sollen; Intervall dann 30–60 min
Umweltsensoren
aus, 30 min
BME280, SHT31, INA219 und viele mehr werden am I²C automatisch erkannt
Ausblick 2.8: Position und Telemetrie werden „opt-in“, also ab Werk aus. Die Knotennummer leitet sich künftig aus dem öffentlichen Schlüssel ab statt aus der MAC-Adresse, und das Hop-Limit passt sich automatisch an die Mesh-Aktivität an.
Strom, Bluetooth, Netzwerk, Display
Einstellung
Voreinstellung
Bemerkung
Power Saving
aus (ROUTER: erzwungen an)
Schaltet Bluetooth, Serial, WLAN und Display ab. Für Solarknoten; Konfigurieren dann nur nach Tastendruck oder per Fernwartung
Light Sleep (nur ESP32)
5 min
CPU schläft, LoRa hört weiter, Bluetooth aus. Auf nRF52 wirkungslos
Shutdown on battery
aus
Abschalten nach x Sekunden ohne externe Versorgung; vorher prüfen, ob das Board den Netzbetrieb erkennt
Bei falscher Akkuanzeige kalibrieren: voller Akku = 4,2 V = 100 %
Bluetooth
an, RANDOM_PIN (mit Display) bzw. FIXED_PIN 123456 (ohne)
Feste PIN ändern. Auf ESP32 schaltet WLAN das Bluetooth ab
WLAN (nur ESP32)
aus
Für MQTT-Gateway oder Web-Client über http://meshtastic.local; nur 2,4 GHz, kein Access-Point-Modus
Display an
10 min
Kürzer spart bei OLED und TFT Strom. E-Ink braucht nur zum Umschalten Energie
Einheiten, 12/24 h, Flip
metrisch, 24 h
Betrifft nur das Gerätedisplay, die Apps folgen der Handy-Einstellung
Sicherheit und Fernwartung
Einstellung
Bedeutung
Praxis
Public / Private Key
Das X25519-Schlüsselpaar des Knotens für Direktnachrichten und Fernwartung
Wird bei „Full Erase“ neu erzeugt. Vorher sichern: meshtastic --export-config > backup.yaml
Admin Keys
Bis zu drei öffentliche Schlüssel, die den Knoten fernsteuern dürfen
Den Schlüssel des Handgeräts auf jedem eigenen Dach- und Solarknoten eintragen, dann lassen sich diese aus der Ferne konfigurieren
Managed Mode
Sperrt Änderungen über die verbundene App, nur noch Fernwartung
Erst aktivieren, wenn die Fernwartung nachweislich funktioniert
Legacy Admin Channel
Alter Fernwartungskanal namens „admin“
Nur noch für Knoten mit Firmware vor 2.5
Serial Console
USB-Konsole für CLI und Logs
An lassen; Debug-Log bei Bedarf aktivieren
Nützliche Module
Modul
Wofür
Hinweis
Range Test
Ein Knoten sendet alle 15–60 s ein Testpaket, der andere protokolliert Empfang und Position
Belegt viel Airtime, nur zeitweise einschalten; schaltet sich nach 8 h ab. Auf ESP32 als CSV abrufbar
Store & Forward
Ein Server-Knoten puffert Nachrichten für Clients, die offline waren
Nur ESP32 mit PSRAM (T-Beam, T3-S3, T-Deck). Apps holen Historie seit 2.4 automatisch
Canned Messages
Vorgefertigte Texte für Geräte mit Taste, Encoder oder Tastatur
Liste bis 200 Byte, getrennt mit |
External Notification
LED, Vibration oder Summer bei Nachricht
Bis zu drei Ausgänge; RTTTL-Klingeltöne auf PWM-Summer
Traceroute
Zeigt den Pfad eines Pakets Hop für Hop mit SNR je Strecke (seit 2.5 auch den Rückweg)
In allen Apps per Knotenmenü; gut zur Fehlersuche
Neighbor Info
Knoten melden ihre direkten Nachbarn
Standard aus; über LoRa nur auf nicht-öffentlichem Primärkanal, sonst nur via MQTT
Detection Sensor
GPIO überwachen und Zustandswechsel melden
Türkontakt, Regenmesser, Bewegungsmelder
Serial
Text oder Protobufs über UART, Modi u. a. TEXTMSG, NMEA, CALTOPO
Für eigene Hardware und Kartenanbindung
Paxcounter
Zählt WLAN- und Bluetooth-Geräte in der Umgebung
Nur ESP32, WLAN und Bluetooth des Knotens müssen aus sein
CLI-Spickzettel
Die Python-CLI (pip install "meshtastic[cli]") setzt alles, was die Apps können, und einiges mehr. Nach jedem --set startet das Gerät neu, deshalb mehrere Werte in einem Aufruf bündeln:
Meshtastic-Dokumentation: Configuration → Radio (LoRa, Device, Position, Power, Bluetooth, Network, Display, Security, User) und → Modules (Telemetry, Range Test, Store & Forward, Canned Message, External Notification, Traceroute, Neighbor Info, Detection Sensor, Serial, Paxcounter); Remote Admin; Python CLI.
Firmware Default.h und NodeDB.cpp (tatsächliche Voreinstellungen 2.7.26, Mindestintervalle auf dem Standardkanal), Release Notes 2.7.0 (Telemetrie-Beacon aus) und 2.8.0.
10 / 22MQTT & Internet
MQTT ist die Brücke zwischen Mesh und Internet. Ein Knoten mit WLAN (oder das Handy als Proxy) schickt Pakete an einen MQTT-Broker und holt welche zurück. So entstehen die Online-Karten, so reden entfernte Meshes miteinander, so landen Sensorwerte in Home Assistant. Und so kommt auch der meiste Ärger ins Mesh, wenn man es falsch einstellt.
Wie es zusammenhängt
Uplink schickt Mesh-Pakete zum Broker, Downlink holt Broker-Pakete ins Mesh. Beides wird je Kanal einzeln erlaubt und ist ab Werk aus.
Einstellungen
Einstellung
Voreinstellung
Bemerkung
MQTT aktiv
aus
Braucht WLAN/Ethernet am Knoten (ESP32) oder den Client-Proxy übers Handy
Server
mqtt.meshtastic.org
Der öffentliche Projektserver; Zugang meshdev / large4cats
Root Topic
msh/EU_868 (aus der Region)
Darunter /2/e/Kanalname/!Knoten-ID für Protobufs, /2/json/… für JSON
Verschlüsselt senden
Doku: aus · Firmware: an
Aus bedeutet: die Nutzlast liegt im Klartext beim Broker, auch bei privaten Kanälen
JSON
aus
Praktisch für Home Assistant; nicht auf nRF52
Client Proxy
aus
Das verbundene Handy übernimmt die Internetverbindung, auch für nRF52-Knoten ohne WLAN
Map Reporting
aus, 1 h, ≈ 1,5 km Unschärfe
Unverschlüsselter Kartenbericht mit Name, Hardware, Rolle, Firmware, Region, Preset
Uplink / Downlink je Kanal
aus / aus
In den Kanaleinstellungen; ohne Uplink geht nichts zum Broker
OK to MQTT (LoRa-Konfig)
aus
Höfliche Bitte an fremde Gateways, die eigenen Pakete (nur mit Standardschlüssel) hochzuladen
Regeln des öffentlichen Servers
Zero-Hop
Pakete vom öffentlichen Broker gehen nur an direkt verbundene Knoten und werden im lokalen Mesh nicht weitergefunkt.
Nur Kernverkehr
Auf dem Standardschlüssel kommen nur NodeInfo, Text, Position, Telemetrie, MapReport und Routing durch. Range-Test und Detection Sensor nie.
Unscharfe Positionen
Nur Positionen mit 10 bis 16 Bit Genauigkeit (23 km bis 360 m) werden weitergereicht. Exakte Koordinaten filtert der Server.
Kein Wildcard-Abo
Seit August 2024 kann man nicht mehr alles abonnieren, nur regionale Topics wie msh/EU_868/#.
Downlink vom öffentlichen Broker auf den Standardkanal ist der Klassiker der Mesh-Verstopfung. Der LongFast-Kanal des öffentlichen Servers ist sehr voll; ein Gateway mit Downlink zieht den Verkehr ganzer Länder in die eigene Stadt. Downlink nur für private Kanäle mit eigenem Schlüssel, am besten auf einem eigenen Broker. Den Standardschlüssel auf privaten Brokern zu nutzen, rät das Projekt ausdrücklich ab.
Eigener Broker in drei Schritten
Mosquitto aufsetzen
Auf dem Homeserver oder Raspberry Pi, mit Benutzer und Passwort. Details im Modul Homeserver 101.
Gateway-Knoten anbinden
ESP32-Knoten mit WLAN-Zugangsdaten und Broker-Adresse konfigurieren, oder Client-Proxy über das Handy. Ein RAK4631 mit Ethernet-Modul geht auch.
Kanal freigeben
Auf dem privaten Kanal Uplink und Downlink einschalten, JSON aktivieren, wenn Home Assistant mitlesen soll. Root Topic setzen, damit mehrere Meshes getrennt bleiben.
Integrationen
Ziel
Weg
Hinweis
Home Assistant
MQTT-Integration, JSON-Topic
Sensorwerte, Akkustände, Nachrichten als Entitäten; nRF52-Gateways liefern kein JSON
Node-RED, Adafruit IO
MQTT
Beispiele in der Dokumentation
Karten
Map Reporting oder Uplink auf den öffentlichen Server
MeshMap und Liam Cottles Karte lesen den öffentlichen Broker, siehe Community
ATAK
Meshtastic-ATAK-Plugin über die Android-App
Rolle TAK oder TAK_TRACKER, Plugin-Version muss zur ATAK-Version passen
CalTopo / SARTopo
Serial-Modul im Modus CALTOPO
Knotenpositionen in der Einsatzkarte
meshtasticd
Native Linux-Firmware auf Raspberry Pi mit LoRa-Hat oder USB-Funkstick
Pakete für Debian, Ubuntu, Fedora, Docker; mit MUI und Web-Oberfläche
Quellen dieses Abschnitts
Meshtastic-Dokumentation: MQTT Module Configuration (Einstellungen, Defaults), MQTT Integrations Overview (Topics, Restrictions on the Public MQTT Server, JSON), Integrations (ATAK, CalTopo), meshtasticd.
Meshtastic-Blog „Recent Public MQTT Broker Changes“ (August 2024); Firmware MQTT.cpp und Default.h (Verschlüsselungs-Default, OK-to-MQTT-Bit).
11 / 22Geräte im Vergleich
Zwei Fragen entscheiden die Gerätewahl: ESP32 oder nRF52, und mit oder ohne Handy. ESP32-Boards sind billig, haben WLAN und tragen große Displays, brauchen aber Strom. nRF52840-Boards laufen wochenlang am Akku und sind die Wahl für Solar, Tracker und alles, was lange unbeaufsichtigt hängt. Auf allen läuft dieselbe Firmware, dasselbe Mesh.
Die Plattformen
Plattform
Funk zum Handy
Stromhunger
Flashen
Besonderheiten
Typische Boards
ESP32-S3
Bluetooth oder WLAN (nie beides)
hoch: rund 100 mA aktiv, mit Light Sleep etwa die Hälfte
Web-Flasher im Browser (Chrome/Edge), USB-Treiber evtl. nötig
Einzige Plattform für MUI (Touch-Display), Store & Forward (mit PSRAM), MQTT-Gateway per WLAN, mehr RAM und größere Knotenliste
Bastelplattform; kein Bluetooth, deshalb Bedienung nur per USB oder WLAN
Raspberry Pi Pico + Waveshare-Hat, RAK11310
STM32WL
keins
sehr niedrig
UART/SWD
Kleinster Funktionsumfang, wenig Speicher (10 Knoten)
Wio-E5-Module
Linux (meshtasticd)
Netzwerk
je nach Rechner
Paketinstallation
Raspberry Pi mit LoRa-Hat oder USB-Funkstick, MUI und Web-Oberfläche
Pi + RAK-Hat, Meshstick
Funkchip: SX1262 oder LR11xx nehmen. Das Projekt empfiehlt ausdrücklich die zweite Chipgeneration (SX126x, LR11xx). Die alten SX127x (SX1276/1278) laufen aus, und LR1110-Geräte wie der T1000-E können Pakete von SX127x-Knoten nicht direkt empfangen. Der Chip bestimmt auch die Leistung: SX1276 bis 20 dBm, SX1262 bis 22 dBm, Heltec-Boards mit Verstärker bis 28 dBm, Station G2 bis 37 dBm.
Übersicht der gängigen Geräte
Stand September 2026, alle in der 868-MHz-Ausführung erhältlich. Preisklassen: € unter 30, €€ 30–60, €€€ 60–100, €€€€ über 100 Euro, jeweils grob und ohne Antenne, Akku oder Gehäuse, wenn nicht dabei.
Gerät
MCU
LoRa
Display
GPS
Akku dabei
Antenne
Preis
Wofür
Heltec LoRa32 V3 / V3.1
ESP32-S3
SX1262
0,96" OLED
nein
nein
U.FL
€
Der günstigste Einstieg, Bastelboard, Innen-Gateway
Heltec LoRa32 V4 / V4-R8
ESP32-S3
SX1262, bis 28 dBm
0,96" OLED (R8 auch TFT)
optional
nein, Solar-Eingang
U.FL
€€
Stärkerer Nachfolger mit Solar- und GNSS-Anschluss
Heltec Wireless Tracker V2
ESP32-S3
SX1262, bis 28 dBm
0,96" TFT
UC6580
nein
U.FL
€€
Günstiger GPS-Tracker
Heltec Wireless Paper
ESP32-S3
SX1262
2,13" E-Ink
nein
nein
U.FL
€
E-Ink am Netzstrom, InkHUD
Heltec Mesh Node T114
nRF52840
SX1262
1,14" TFT (optional)
optional
nein, Solar-Eingang
U.FL
€€
Preis-Leistungs-Favorit für Solar und Dauerbetrieb
Heltec MeshPocket
nRF52840
SX1262
2,13" E-Ink
nein
5000 / 10000 mAh
intern
€€€
Powerbank mit Knoten, Qi2-Laden
LilyGo T3-S3
ESP32-S3
SX1262 · SX1276 · SX1280 (2,4 GHz) · LR1121
0,96" OLED
nein
nein
SMA
€
Günstig, SMA-Buchse, einzige 2,4-GHz-Option
LilyGo T-Beam Supreme
ESP32-S3
SX1262
1,3" OLED
MAX-M10S oder L76K
18650-Halter (Flat Top, ungeschützt)
U.FL
€€
Sensorreicher GPS-Knoten mit Drucksensor, IMU, RTC
LilyGo T-Beam 1W
ESP32-S3
SX1262 + 1-W-Verstärker (32 dBm)
1,3" OLED
L76K
nein
ja
€€€
Leistungsknoten mit Lüfter; in der EU auf 27 dBm ERP drosseln
LilyGo T-Deck / Plus
ESP32-S3
SX1262
2,8" IPS-Touch 320×240
Plus: MIA-M10Q
Plus: 2000 mAh
U.FL
€€€
Handgerät mit Tastatur, ohne Handy nutzbar (MUI). Siehe T-Deck
LilyGo T-Deck Pro
ESP32-S3
SX1262
3,1" E-Ink-Touch 320×240
MIA-M10Q
1400 mAh
PCB intern
€€€
Tastaturgerät mit E-Ink, Varianten mit 4G oder Audio
LilyGo T-Echo
nRF52840
SX1262
1,54" E-Ink 200×200
L76K
850 mAh, Gehäuse
U.FL
€€€
Komplettgerät mit wochenlanger Laufzeit. Siehe T-Echo
LilyGo T-Lora Pager
ESP32-S3
LR1121
2,33" TFT 480×222
MIA-M10Q
1500 mAh
klappbar, fest
€€€
Pager-Format mit QWERTY, Encoder, NFC, Audio
RAK WisBlock 4631 + 19007
nRF52840
SX1262
optional
optional (RAK12500)
nein, Solar-Eingang 4,4–5,5 V
U.FL
€€
Der Solar- und Dachknoten-Baukasten, modular
RAK WisMesh Pocket V2
nRF52840
SX1262
1,3" OLED
ja
3200 mAh
SMA
€€€
Fertiges Handgerät, CE-konform überarbeitet
RAK WisMesh Tag
nRF52840
SX1262
nein
AT6558R
1000 mAh, IP66
intern
€€
Schlüsselanhänger-Tracker
Seeed SenseCAP T1000-E
nRF52840
LR1110
nein
AG3335
700 mAh, IP65
intern
€€
Scheckkarten-Tracker, sehr beliebt, kein Display
Seeed Wio Tracker L1 / L1 Pro
nRF52840
SX1262
1,3" OLED (Pro mit Gehäuse)
L76K
Pro: 2000 mAh
U.FL
€€
Günstiger nRF52-Tracker mit Joystick
Seeed SenseCAP Indicator
ESP32-S3 + RP2040
SX1262
3,95" Touch 480×480
über Grove
nein
extern
€€
Tisch- oder Autogerät mit MUI
Elecrow ThinkNode M1
nRF52840
SX1262
1,54" E-Ink
L76K
1200 mAh
RP-SMA
€€
Günstige T-Echo-Alternative, InkHUD
Station G2 (B&Q)
ESP32-S3
SX1262 + Verstärker, bis 37 dBm
1,3" OLED
optional
nein, 9–19 V / USB-PD
SMA
€€€€
Basisstation für Amateurfunk-Leistungen; in der EU auf 27 dBm ERP begrenzen
Nano G2 Ultra (B&Q)
nRF52840
SX1262, TCXO
1,3" OLED
ATGM336H
optional
intern
€€€
Kompaktes nRF52-Handgerät, rund 3,5 Tage Laufzeit
Raspberry Pi Pico + Waveshare SX1262
RP2040
SX1262
nein
nein
nein
U.FL
€€
Bastelknoten; ohne Bluetooth nur per USB oder WLAN (Pico W)
Quellen: Meshtastic-Hardware-Dokumentation je Gerät, LilyGo-GitHub, Herstellerangaben. Preise schwanken stark, deshalb nur Klassen. Alle Geräte brauchen vor dem ersten Einschalten eine Antenne am LoRa-Anschluss.
Eignung auf einen Blick
Gerät
Laufzeit
Display
GPS
Ohne Handy
Günstig
Einstieg
Heltec LoRa32 V3ESP32-S3
2 von 5
2 von 5
1 von 5
1 von 5
5 von 5
5 von 5
StarkBillig, überall erhältlich, riesige Nutzerbasis, WLAN für MQTT.SchwachHungrig am Akku, winziges Display, Ladeprobleme mit USB-C-zu-C-Kabeln.Nimm es fürErsten Knoten, Innen-Gateway, Bastelprojekte.
Heltec Mesh Node T114nRF52840
5 von 5
3 von 5
2 von 5
1 von 5
4 von 5
4 von 5
StarkSehr sparsam, Solar-Eingang, TFT und GPS optional, UF2-Flashen.SchwachKein WLAN, Display klein, Gehäuse muss man selbst besorgen.Nimm es fürSolarknoten, Dachknoten, Zweitgerät.
RAK WisBlock 4631nRF52840
5 von 5
1 von 5
2 von 5
1 von 5
3 von 5
3 von 5
StarkDer bewährte Solar-Baukasten, Sensoren und Ethernet als Module, 2 µA Schlafstrom.SchwachModular heißt zusammenstecken; RAK4631-R braucht Bootloader-Wechsel.Nimm es fürUnbeaufsichtigte Außenknoten, Ethernet-Gateway.
Seeed T1000-EnRF52840 · LR1110
4 von 5
1 von 5
5 von 5
1 von 5
4 von 5
5 von 5
StarkScheckkartenformat, IP65, GPS, Summer, fertig aus der Schachtel.SchwachKein Display, interne Antenne, LR1110 hört keine SX127x-Knoten.Nimm es fürTracker für Rucksack, Kind, Fahrzeug; Zweitknoten in der Tasche.
Seeed Wio Tracker L1 PronRF52840
4 von 5
3 von 5
5 von 5
2 von 5
4 von 5
4 von 5
StarkGünstiger GPS-Tracker mit Display und Gehäuse, Joystick, Solar-Eingang.SchwachJung am Markt, wenig Zubehör.Nimm es fürWandern, Fahrrad, Einstieg mit GPS.
LilyGo T-Beam SupremeESP32-S3
2 von 5
3 von 5
5 von 5
1 von 5
3 von 5
3 von 5
StarkGuter GNSS-Empfänger, Sensoren an Bord, 18650-Halter, PSRAM für Store & Forward.SchwachStromhungrig, sperrig, SoftRF vorinstalliert.Nimm es fürFahrzeugknoten, Store-and-Forward-Server, Sensorstation am Netz.
LilyGo T-Deck PlusESP32-S3
2 von 5
5 von 5
4 von 5
5 von 5
2 von 5
3 von 5
StarkTastatur, Touchscreen, MUI: Nachrichten ohne Handy schreiben und lesen.SchwachAkku hält einen Tag, kein zweiter Client bei laufendem MUI, GPS-Erkennung zickig.Nimm es fürEigenständiges Handgerät, Einsatz ohne Smartphone.
LilyGo T-EchonRF52840
5 von 5
4 von 5
5 von 5
3 von 5
3 von 5
4 von 5
StarkKomplettgerät mit E-Ink, GPS, Akku und Gehäuse; Wochen statt Tage; InkHUD.SchwachKleines Display, Bedienung über eine Taste, kein Schreiben ohne Handy.Nimm es fürImmer-dabei-Knoten, Wandern, Notfallgerät im Rucksack.
LilyGo T-Lora PagerESP32-S3 · LR1121
2 von 5
5 von 5
5 von 5
5 von 5
2 von 5
3 von 5
StarkGroßes Display, QWERTY, Encoder, NFC, Audio; MUI-Build vorhanden.SchwachTeuer, stromhungrig, feste Antenne.Nimm es fürStandalone-Messenger mit Komfort.
Station G2ESP32-S3 · PA
1 von 5
2 von 5
2 von 5
1 von 5
1 von 5
1 von 5
StarkBis 37 dBm, rauscharmer Vorverstärker, robuste SMA-Buchse, Netzbetrieb.SchwachBraucht Netz, teuer, Leistung in der EU nur im Amateurfunk nutzbar.Nimm es fürBackbone-Knoten für Lizenzinhaber, Vereinsstation.
Punkte 1–5, höher ist besser. Einschätzung nach Dokumentation und Community-Erfahrung, Stand September 2026.
Was man beim Kauf prüft
Frequenzvariante
Die 868-MHz-Ausführung („EU868“ oder „863–870 MHz“) bestellen. 915-MHz-Boards funken zwar, aber außerhalb der Zuteilung; 433 nur für 433-Gruppen.
Antennenanschluss
U.FL/IPEX braucht ein Pigtail auf SMA. SMA direkt am Board ist robuster. Auf die passende Antenne für 868 MHz achten, nicht die aus der Wundertüte.
Akku und Laden
JST-Stecker sind nicht normiert, Polung prüfen. Heltec V3 lädt mit USB-C-zu-C-Kabeln oft nicht. 18650 im T-Beam nur ungeschützte Flat-Top-Zellen.
Gehäuse
Die Bastelboards kommen nackt. 3D-Druck-Gehäuse gibt es für alle; für draußen IP65 mit Antenne außen und Kabeldurchführung nach unten.
Firmware-Zielname
Jedes Board hat einen eigenen Build (t-deck, t-echo, heltec-v3, rak4631, tracker-t1000-e). Der falsche Build läuft scheinbar durch, danach reagiert das Gerät nicht mehr.
Community-Support
Verbreitete Boards haben Gehäuse, Anleitungen, Erfahrungswerte. Exoten kosten Zeit. Die Dokumentation nennt als Favoriten: RAK Starter Kit, T1000-E, Wio Tracker L1, T114, Nano G2 Ultra, T3-S3.
Herstellerdatenblätter zu SX1262 (22 dBm), SX1276 (20 dBm), LR1121; Heltec-Angaben zur 28-dBm-Variante; B&Q zur Station G2.
12 / 22LilyGo T-Deck
Das T-Deck ist der Meshtastic-Kommunikator für die Hosentasche. Ein ESP32-S3 mit 2,8-Zoll-Touchscreen, BlackBerry-artiger Tastatur und Trackball. Mit der Standalone-Oberfläche MUI schreibt und liest man Nachrichten ohne Smartphone. Der Preis dafür ist Strom: der Akku des Plus hält etwa einen Tag, nicht eine Woche.
Die drei Varianten
Merkmal
T-Deck
T-Deck Plus
T-Deck Pro
MCU
ESP32-S3FN16R8, 16 MB Flash, 8 MB PSRAM, WLAN + Bluetooth 5 LE; ein zweiter ESP32-C3 steuert die Tastatur
LoRa
SX1262, 433 / 868 / 915 MHz, U.FL/IPEX-Buchse
SX1262, PCB-Antenne intern (Variante mit externer Antenne im Handel)
Beleuchtete T-Keyboard, Trackball mit Druckfunktion
Mechanische QWERTY über TCA8418
GPS
nein
u-blox MIA-M10Q (auch Varianten mit L76K)
MIA-M10Q
Akku
nicht enthalten
2000 mAh, im ABS-Gehäuse
1400 mAh (LilyGo-Doku: 1500 mAh), Gehäuse
Audio
Mikrofon (ES7210), I²S-Lautsprecher
Mikrofon, Lautsprecher, 3,5-mm-Klinke
Sonstiges
microSD, USB-C, Grove (beim Plus vom GPS belegt)
4G-Variante (A7682E) oder Audio-Variante (PCM5102A), IMU, Lichtsensor, Qwiic
Firmware-Ziel
t-deck (BaseUI) · t-deck-tft (MUI)
t-deck-pro (BaseUI für E-Ink; kein MUI, kein InkHUD)
Maße
ca. 100 × 68 × 11 mm Platine; Plus im Gehäuse ca. 115 × 72 × 20 mm
120 × 66 × 13,5 mm
Zahlen aus der Meshtastic-Hardware-Dokumentation und den LilyGo-Repositories. Die Übersichtstabelle bei Meshtastic nennt den Chip als „ESP32-S3FN8“, Detailseite und LilyGo geben FN16R8 mit 16 MB Flash an. Ein T-Deck mit 2,4-GHz-Funk (SX1280) gibt es nicht; die 2,4-GHz-Option ist das T3-S3.
Schema des T-Deck. Die Tastatur hängt an einem eigenen ESP32-C3 mit eigener Firmware; Geräte aus verschiedenen Chargen reagieren deshalb teils unterschiedlich auf Tastenkürzel.
MUI: Meshtastic ohne Handy
MUI (Meshtastic UI) ist die Touch-Oberfläche für ESP32-S3-Geräte mit TFT. Sie läuft als eigener Client auf einem Kern des Prozessors, die Funkfirmware auf dem anderen. Seit Firmware 2.7 gibt es „Unified Firmware“: Ein Build enthält MUI und BaseUI, umschalten geht ohne Neuflashen über das Systemmenü.
Eigenschaft
MUI auf dem T-Deck
Kann
Nachrichten lesen und schreiben, Kanäle wechseln, Knotenliste, Karte mit Offline-Kacheln von der SD-Karte (256×256-PNG, FAT32/exFAT), Grundeinstellungen, Kanal-QR anzeigen
Einschränkung
Nur eine Client-Verbindung gleichzeitig: Solange MUI läuft, kann sich keine Handy-App verbinden
Ausweg
Bluetooth Programming Mode: beim Start das Meshtastic-Logo gedrückt halten oder im Ausschaltmenü das Bluetooth-Symbol wählen; zeigt eine Zufalls-PIN. Oder in BaseUI booten und mit der App konfigurieren
Erststart
Schnellkonfiguration für Region sowie langen und kurzen Namen in einem Schritt
Nachrichtenstatus
Grüner Rahmen = ACK, gelb = gehört oder weitergeleitet ohne Empfänger-ACK, rot = maximale Wiederholungen erreicht
Nicht in MUI
Etliche Detaileinstellungen; dafür App oder CLI benutzen
Tab: einmal Empfänger der Direktnachricht, zweimal Kanal
Fn, dann i / o
Bildschirm dunkler / heller
Fn, dann g
GPS an/aus
Fn, dann Leertaste
Netzwerk-Ping senden
Aus der Meshtastic-Dokumentation zum T-Deck, gültig seit Firmware 2.3.9. Manche Geräte werden mit abweichender Tastatur-Firmware ausgeliefert; dann helfen die LilyGo-Repositories.
Flashen
Antenne anschließen
Nie ohne Antenne einschalten; die Endstufe kann Schaden nehmen.
Web-Flasher öffnen
flasher.meshtastic.org in Chrome oder Edge, Gerät „T Deck“ wählen, Firmware-Version wählen, bei Wunsch „Meshtastic UI“ ankreuzen.
Download-Modus
Zuerst den Knopf „1200bps Reset“ im Flasher probieren. Klappt es nicht: Gerät aus, Trackball gedrückt halten, einschalten, nach 2–3 s loslassen. Schwarzer Bildschirm ohne Hintergrundbeleuchtung = Download-Modus.
Installieren
„Full Erase and Install“ beim ersten Mal, danach „Update“. Ein voller Löschvorgang erzeugt neue Schlüssel: vorher meshtastic --export-config.
Erststart
Region EU_868, Namen, dann bei Touch-Problemen im MUI-Werkzeugmenü die Bildschirmkalibrierung ausführen (Fix aus 2.7.26).
Eigenheiten im Betrieb
Stromverbrauch: ESP32-S3, Hintergrundbeleuchtung, Tastaturbeleuchtung und MUI zusammen ziehen deutlich mehr als ein nRF52-Gerät. Mit 2000 mAh kommt man laut Community durch einen Tag; als ROUTER oder CLIENT_BASE ist der Akku schneller leer.
GPS-Erkennung: Das Plus wird mit u-blox (38400 Baud) oder L76K (9600 Baud) ausgeliefert; die automatische Erkennung ist bekannt für Aussetzer (Firmware-Issue #4625). Im Zweifel GPS-Modus manuell setzen.
ADC-Faktor 2,11: Die Firmware korrigiert die Akkuanzeige bereits; zeigt sie Unsinn, kalibrieren wie in Konfiguration beschrieben.
Kein Zweitgerät nötig, aber sinnvoll: Ein sparsamer nRF52-Knoten auf dem Dach oder Balkon als CLIENT_BASE trägt das T-Deck aus der Wohnung heraus.
T-Deck Pro: läuft mit der E-Ink-BaseUI, nicht mit MUI und (Stand Juni 2025) nicht in der InkHUD-Geräteliste. Firmware ab 2.7.10 (v1.0) bzw. 2.7.13 (v1.1).
LilyGo: Repositories T-Deck und T-Deck-Pro sowie das Dokumentations-Repository (Flash, PSRAM, Akku, Maße); Firmware variants/esp32s3/t-deck, Issues #3881 (Fn-Taste) und #4625 (GPS-Erkennung), Release Notes 2.7.26.
13 / 22LilyGo T-Echo
Der T-Echo ist das Gegenstück zum T-Deck: kein Schreiben, dafür Wochen statt Stunden. nRF52840, SX1262, E-Ink-Display, GPS, 850-mAh-Akku und Gehäuse, alles dabei. Man liest Nachrichten und Positionen auf dem Gerät, schreibt aber über die App. Als Immer-dabei-Knoten im Rucksack ist er kaum zu schlagen.
Technische Daten
Merkmal
T-Echo
T-Echo Lite (2025)
T-Echo Plus (2025)
MCU
nRF52840, Bluetooth 5 LE, NFC; externer SPI-Flash
LoRa
SX1262, −17 bis +22 dBm, U.FL
SX1262-Modul, 400–520 / 830–945 MHz
SX1262, +22 dBm
Display
1,54" E-Ink GDEH0154D67, 200×200, Schnellrefresh
1,22" E-Ink GDEM0122T61, 176×192, nur Vollrefresh
1,54" E-Ink
GPS
Quectel L76K (GPS, BeiDou, GLONASS, QZSS)
optional als Zusatzmodul
L76K
Akku
850 mAh, im Gehäuse
nicht enthalten; Solar-Eingang 5 V an der Base-Platine
2400 mAh
Bedienung
Reset, Programmtaste, kapazitive Touch-Taste oben
Tasten; Kit mit Tastatur (TCA8418), Audio, Vibration
Tasten, Summer, Vibrationsmotor, IMU (BHI260AP)
Sensor
optional BME280 (Druck, Feuchte)
optional ICM20948 IMU
IMU
Schlafstrom
keine offizielle Angabe
2–10 µA laut LilyGo
keine Angabe
Firmware-Ziel
t-echo · t-echo-inkhud
t-echo-lite (seit August 2025), kein InkHUD-Build
t-echo-plus (Variante vorhanden, Status im Fluss)
Dokumentiert bei Meshtastic
ja
nein (nur Firmware)
nein
Der T-Echo hat keinen Summer, das übernimmt erst der Plus. Dazu gibt es den T-Echo Card im Scheckkartenformat mit 0,42-Zoll-OLED statt E-Ink (Firmware-Ziel t-echo-card). Alle Zahlen aus LilyGo-GitHub und Meshtastic-Dokumentation.
Bedienung mit drei Tasten
Taste
Kurz
Doppelt
Dreifach
Vierfach
Halten
Touch (oben)
Display auffrischen, aufwecken
PRG (Programm)
nächste Seite
Position ad hoc senden
GPS an/aus
Hintergrundlicht
Ausschalten
RST
Neustart
Bootloader (UF2-Laufwerk)
InkHUD: die E-Ink-Oberfläche
InkHUD ist die Standalone-Anzeige für E-Ink-Geräte (seit Firmware 2.6, „in aktiver Entwicklung“). Sie zeigt Nachrichten, Knoten, Position und Telemetrie in umschaltbaren „Applets“ und lässt sich mit einer Taste bedienen: kurz drücken wechselt das Applet, lang drücken öffnet das Menü. Installiert wird sie über den Web-Flasher („Install InkHUD“) oder die Datei mit dem Zusatz -inkhud. Unterstützt sind laut Dokumentation der T-Echo, ThinkNode M1, T3-S3 E-Paper, Heltec MeshPocket, Vision Master E213/E290 und Wireless Paper. Firmware 2.8 bringt Offline-Kartenkacheln mit Zoom. Schreiben geht auch mit InkHUD nur über vorgefertigte Nachrichten oder die App.
Flashen und Bootloader
Firmware laden
Datei firmware-t-echo-2.x.x.uf2 (oder -inkhud) aus dem Release-Paket firmware-nrf52840-…zip, alternativ direkt über den Web-Flasher.
Bootloader-Modus
USB anschließen, RST doppelt drücken. Ein Laufwerk mit CURRENT.UF2, INDEX.HTM und INFO_UF2.TXT erscheint.
Kopieren
UF2-Datei auf das Laufwerk ziehen. Das Gerät startet nach dem Kopieren neu. Kein Treiber, kein Terminal.
Bei Bootschleifen
Alte Daten können nach großen Updates stören: Factory-Erase-UF2 passend zur SoftDevice-Version in INFO_UF2.TXT aufspielen, dann die Firmware erneut.
Bootloader aktualisieren
Ältere T-Echo-Bootloader können kein OTA über Bluetooth. Update per update-lilygo_techo_bootloader-0.6.1_nosd.uf2 oder über die Android-App (Erweitert → Firmware-Update → Bootloader).
Laufzeit herausholen
Maßnahme
Wirkung
GPS nur bei Bedarf (PRG dreimal drücken)
Der größte Einzelverbraucher; ohne GPS liefert das Handy die Position
GPS-Intervall verlängern, Smart Broadcast an lassen
Weniger Fixversuche, weniger Sendungen
Rolle CLIENT oder CLIENT_MUTE
Kein Dauerwiederholen fremder Pakete
Bluetooth-Verbindung nur bei Gebrauch
Die BLE-Verbindung zur App kostet dauerhaft Strom
Hintergrundlicht aus
E-Ink braucht nur beim Umschalten Energie, die Beleuchtung ständig
ADC-Faktor für die Akkuanzeige: 2,0. Zeigt das Gerät dauerhaft falsche Prozente, wie in Konfiguration kalibrieren.
Die Antenne ist der einzige Verstärker, der nichts kostet: keinen Strom, keine Airtime, keine Legalität. 3 dB Antennengewinn wirken wie doppelte Sendeleistung, und zwar in beide Richtungen. Noch mehr bringt Höhe: Ein Knoten zwei Stockwerke höher schlägt jede Sendeleistungserhöhung. Und ohne Antenne wird nie eingeschaltet.
Länge, Anschluss, Impedanz
λ bei 869,525 MHz
34,5 cm
λ/4 ≈ 8,2 cm, λ/2 ≈ 16,4 cm (mit Verkürzungsfaktor 0,95)
λ bei 433,875 MHz
69,1 cm
λ/4 ≈ 16,4 cm, λ/2 ≈ 32,8 cm
Impedanz
50 Ω
SWR unter 2 auf der Nutzfrequenz, Datenblatt verlangen
Anschluss
SMA
Boards meist U.FL mit Pigtail auf SMA-Buchse, Antenne mit SMA-Stecker
Stecker
Erkennen
Wo
Falle
SMA
Buchse am Gerät: Außengewinde mit Loch; Stecker an der Antenne: Innengewinde mit Stift
LoRa-Boards, T3-S3, RAK Pocket V2, Station G2, fast alle 868-MHz-Antennen
Wird mit RP-SMA verwechselt: sieht gleich aus, Stift und Loch sind vertauscht
RP-SMA
Buchse am Gerät mit Stift, Stecker an der Antenne mit Loch
WLAN-Router, einige Gehäuse und Geräte wie ThinkNode M1
Lässt sich auf SMA schrauben, ohne Kontakt: Stift trifft auf Stift oder Loch auf Loch
U.FL / IPEX
Winziger Schnappstecker auf der Platine
Heltec, LilyGo, RAK-Core-Module
Nur wenige Steckzyklen, Kabel nicht am Stecker ziehen; über Pigtail auf SMA-Buchse führen
N
Groß, wetterfest
Außenantennen, Rundstrahler für Dach und Mast
Adapter N auf SMA nötig, Dichtung nicht vergessen
Nie ohne Antenne senden. Ohne Last reflektiert die gesamte Leistung in die Endstufe zurück. Das gilt auch beim Flashen und beim ersten Einschalten. Eine schlecht angepasste Antenne (falsche Frequenz, defektes Pigtail) wirkt ähnlich.
Bauformen und Gewinn
Bauform
Gewinn
Abstrahlung
Massefläche
Einsatz
Stummel λ/4 (Rubber Duck, 5–9 cm)
0–2 dBi
rundum, braucht die Platine als Gegengewicht
ja, das Gerät selbst
Handgerät in der Tasche; die Hand am Gehäuse verstimmt sie
Stab λ/2 (15–20 cm, z. B. GIZONT 17 cm)
2–3 dBi
rundum, flacher als λ/4
nein
Der Community-Favorit fürs Handgerät und den Fensterknoten
Kollinear / Rundstrahler (40–100 cm)
5–8 dBi
flache Scheibe, wenig nach oben und unten
nein
Dach- und Mastknoten; MikroTik 868 Omni 6,5 dBi steht in der Meshtastic-Favoritenliste
Yagi
8–12 dBi
eine Keule
nein
Punkt-zu-Punkt zu einem Bergknoten; für ein Mesh meist falsch, weil man nur eine Richtung hört
PCB-Antenne (T1000-E, T-Deck Pro, Tag)
um 0 dBi
rundum, verstimmt durch Körper und Metall
–
Bequem, aber die schwächste Option; Gerät nicht in der Hosentasche am Körper tragen, wenn Reichweite zählt
Gewinn ist Umverteilung, keine Vermehrung. Eine 8-dBi-Kollinearantenne strahlt flach über den Horizont und hört Knoten im Tal darunter schlechter. Für einen Hügelknoten, der ins Tal versorgen soll, ist 3 bis 5 dBi oft besser. Wer mit „12 dBi Rundstrahler“ für 30 Euro wirbt, verkauft Wunschdenken.
Reichweite, realistisch
Situation
Typisch mit LongFast
Was zählt
Innenstadt, beide Knoten in der Hand
0,5–2 km
Gebäude dämpfen 10–30 dB je Wand; Stahlbeton und Metallfassaden sind Sperren
Handgerät zu Dachknoten
2–8 km
Höhe des Dachknotens und freie Sicht in seine Richtung
Dach zu Dach, Vorstadt
5–15 km
Beide Antennen über der Dachlandschaft, keine Bäume dazwischen
Berg zu Berg, Sichtverbindung
50–150 km
Nur noch Freiraumdämpfung und Erdkrümmung; Rekord 331 km mit VeryLongSlow
Wald, Tal, hinter dem Hügel
0,3–3 km
Vegetation dämpft bei 868 MHz stark; Beugung über nicht zu hohe Hindernisse hilft
Die Dokumentation formuliert es so: Eine abgestimmte λ/4-Stummelantenne kommt „ohne nennenswerte Hindernisse ein paar Kilometer“ weit. Alles darüber ist Höhe und Sicht. Die Freiraumgrenze rechnet der Link-Budget-Rechner.
Funk braucht mehr als eine freie Linie: Die Fresnel-Zone um die Sichtlinie sollte weitgehend frei sein. Ihr Radius in der Streckenmitte beträgt bei 868 MHz rund 9 m auf 1 km und 29 m auf 10 km. Deshalb gewinnt Höhe.
Montage: die kleinen Dinge, die 10 dB kosten
Kabel kurz halten
RG174-Pigtails dämpfen bei 868 MHz rund 0,6 dB je Meter, RG58 etwa 0,5 dB, LMR-400 nur 0,13 dB. Besser den Knoten nach draußen zur Antenne bringen als die Antenne per 10 m Kabel zum Knoten.
Senkrecht montieren
Alle Meshtastic-Antennen sind vertikal polarisiert. Eine waagerecht liegende Stabantenne kostet gegenüber der senkrechten 10 bis 20 dB.
Abstand zu Metall
Dachrinne, Geländer, Mast direkt neben der Antenne verstimmen sie. Mindestens λ/2, also 20 cm, besser mehr. Die Antenne oben aus dem Gehäuse, nicht innen an der Wand.
Frequenz stimmt?
Viele Billigantennen sind auf 915 MHz oder gar nichts abgestimmt. Ein NanoVNA für unter 100 Euro zeigt SWR und Resonanz; unter 2 ist gut, unter 1,5 sehr gut.
Wasser
Außen-SMA mit selbstverschweißendem Band abdichten, Kabel mit Tropfschlaufe nach unten führen. Wasser im Stecker heißt Totalausfall bei Regen.
Körper
Das Handgerät in der Hosentasche verliert leicht 10 dB. Am Rucksack oben außen tragen, Antenne nach oben.
Sendeleistung und ERP
Die EU-Grenze gilt für die abgestrahlte Leistung ERP, nicht für den Chip. ERP = Sendeleistung − Kabelverlust + Antennengewinn (in dBd; dBi minus 2,15). Ein SX1262 mit 22 dBm und einer 5-dBi-Antenne liegt bei 24,9 dBm ERP, also unter den erlaubten 27 dBm. Ein 28-dBm-Board mit derselben Antenne liegt darüber und muss in der Software gedrosselt werden. Details in Recht.
Quellen dieses Abschnitts
Meshtastic-Dokumentation: LoRa Antennas (Community Favorites, Antenna Selection, Antenna Testing mit Reichweiten-Faustregel, Warnung vor Betrieb ohne Antenne), Range Tests.
Antennengrundlagen: ARRL Antenna Book, Rothammels Antennenbuch; Kabeldämpfungen aus Herstellertabellen (Times Microwave, Belden), Fresnel-Radius r = 17,32 · √(d/(4·f)) mit d in km und f in GHz.
Wellenlänge und Verkürzungsfaktor: Standardformeln, siehe Rechner.
15 / 22Strom, Akku & Solar
Stromverbrauch entscheidet, ob ein Knoten Tage oder Monate durchhält. ESP32-Boards liegen bei rund 100 mA im Betrieb, nRF52840-Boards bei wenigen Milliampere und im Schlaf bei Mikroampere. Der zweitgrößte Verbraucher nach dem Prozessor ist GPS, der drittgrößte das Display mit Beleuchtung.
Größenordnungen
Gerät / Plattform
Betrieb (Empfang)
Schlaf
Quelle
Heltec LoRa32 V3 (ESP32-S3)
≈ 100 mA; ≈ 50 mA mit dynamischem Light Sleep
unter 10 µA Deep Sleep (Hersteller)
Firmware-PR #7121, Heltec
Heltec Wireless Paper (ESP32-S3)
160 mA mit WLAN; 20–30 mA mit Light Sleep und WLAN-Sparmodus
20 µA
Firmware-PR #7121, Heltec
ESP32 klassisch (T-Beam v1.x)
50–60 mA ohne Bluetooth und Display
abhängig vom Board
Meshtastic-Discussion #435
Heltec Mesh Node T114 (nRF52840)
einige mA
11 µA
Heltec
RAK4631 (nRF52840)
einige mA
2 µA
RAK-Datenblatt
Nano G2 Ultra (nRF52840)
Ø 14 mA bei 4,3 V mit Display und GPS
–
Firmware-Issue #2658
LilyGo T-Echo Lite (nRF52840)
einige mA
2–10 µA
LilyGo-GitHub
Raspberry Pi Pico (RP2040)
≈ 40 mA; ≈ 18 mA mit gedrosseltem Takt
–
Meshtastic-Discussion #435
Senden (alle, SX1262 bei 22 dBm)
zusätzlich 100–150 mA für die Dauer des Pakets
–
Semtech-Datenblatt
Es gibt keine offizielle Verbrauchstabelle; die Meshtastic-Dokumentation beschreibt nur die Messmethode (USB-Messgerät oder Labornetzteil, mindestens eine Stunde, besser zwei bis sechs). Die Werte oben sind Hersteller- und Community-Angaben, gerundet.
Was wie viel kostet
Warum die Dokumentation nRF52 für Solar und Handgeräte empfiehlt: Faktor 10 bis 20 im Verbrauch, ohne dass am Funk etwas anders wäre.
Laufzeit abschätzen
Wie lange hält der Akku?
Der mittlere Strom ist Schlafstrom plus Sendespitzen, gewichtet über die Zeit. Ein Knoten, der alle 15 Minuten eine Sekunde mit 130 mA sendet, addiert im Mittel nur 0,15 mA. Was zählt, ist der Ruhestrom.
Akkus
Typ
Spannung
Vorteil
Nachteil
Wofür
LiPo-Pouch (500–3000 mAh)
3,7 V nominal, 4,2 V voll
Passt in jedes Gehäuse, JST-Stecker an den meisten Boards
Empfindlich gegen Hitze, Kälte, Beschädigung; Stecker-Polung uneinheitlich
Handgeräte, Zweitknoten
18650 Li-Ion (2500–3500 mAh)
3,7 V
Robust, austauschbar, günstig; Halter am T-Beam
Nur ungeschützte Flat-Top-Zellen passen in den T-Beam-Halter
Solarknoten, Fahrzeug
LiFePO4 (z. B. 32700, 6000 mAh)
3,2 V nominal, 3,65 V voll
Kältefest, sehr viele Zyklen, sicher
Niedrigere Spannung: Board muss damit laufen, Laderegler muss LiFePO4 können
Winterfeste Solarknoten
Powerbank
5 V USB
Überall zu haben
Viele schalten bei kleinen Lasten ab; Wandlerverluste
Notlösung, Events
Solarknoten auslegen
Verbrauch messen, nicht schätzen
Den fertig konfigurierten Knoten einen Tag am USB-Messgerät laufen lassen. Ziel für einen nRF52-Knoten: unter 10 mA im Mittel, also unter 240 mAh am Tag.
Akku für fünf dunkle Tage
Tagesverbrauch × 5 ÷ 0,8 (Wandlerverluste, Kälte). Bei 240 mAh am Tag reichen rechnerisch 1500 mAh; in der Praxis nimmt man 3000 mAh (18650) oder 6000 mAh LiFePO4 für den Winter.
Panel für den Dezember
In Deutschland liefert ein Panel im Dezember nur etwa ein Zehntel seiner Nennleistung im Tagesmittel. Ein 5–10-W-Panel (6 V) ist die verbreitete Community-Empfehlung für einen nRF52-Knoten; ESP32-Knoten brauchen ein Mehrfaches.
Laderegler
RAK19007/19003 und Heltec T114/V4 haben Solar-Eingänge (RAK: 4,4–5,5 V, 350 mA Ladestrom). Sonst ein Lademodul mit MPPT oder zumindest Tiefentladeschutz; für LiFePO4 einen passenden Regler.
Firmware sparsam
Rolle CLIENT oder CLIENT_BASE, feste Position statt GPS, Telemetrie selten, Bluetooth per Power Saving aus, Display aus. Admin-Key des Handgeräts eintragen, damit man später ohne Leiter konfigurieren kann.
Gehäuse
IP65, Antenne oben außen, Kabel unten mit Tropfschlaufe, Panel nach Süden mit 30–60° Neigung, Schnee rutscht ab. Alles vorher eine Woche auf dem Balkon testen.
nRF52 statt ESP32 für alles, was am Akku hängt. Die Dokumentation sagt es klar: nRF52-Geräte verbrauchen weniger und sind für Solar- und Handgeräteanwendungen generell zu bevorzugen. ESP32 lohnt sich am Netz, für WLAN-Gateways, für MUI und für Handgeräte, die nur ein oder zwei Tage durchhalten müssen.
Power-Einstellungen, die wirklich sparen
Einstellung
Spart
Kostet
GPS aus oder festes Intervall
am meisten
Position kommt vom Handy oder ist fest
Power Saving (ROUTER: erzwungen)
Bluetooth, WLAN, Serial, Display
Konfigurieren nur nach Tastendruck oder per Fernwartung
Light Sleep (nur ESP32)
etwa die Hälfte des Betriebsstroms
Kurze Verzögerung beim Aufwachen
Display-Timeout kurz
OLED/TFT-Strom
nichts
Telemetrie aus, Position selten
Sendestrom und Airtime
weniger Sichtbarkeit auf Karten
Rolle CLIENT_MUTE
kein Wiederholen
hilft dem Mesh nicht
Quellen dieses Abschnitts
Meshtastic-Dokumentation: Supported Hardware (nRF52 gegenüber ESP32), Power Configuration, Solar Powered → Measure Device Power Consumption, RAK WisBlock Base Boards (Solar-Eingang, Ladestrom).
Flashen dauert fünf Minuten, wenn man den richtigen Weg für den Chip nimmt. ESP32-Boards bekommen die Firmware über den Web-Flasher im Chrome- oder Edge-Browser, nRF52- und RP2040-Boards als UF2-Datei per Drag-and-drop auf ein USB-Laufwerk. Bedient wird der Knoten danach mit der Android-, Apple- oder Web-App, per Kommandozeile oder direkt am Gerät.
Versionen und Kanäle
Empfohlen (Beta = stabil)
2.7.26
24. Juni 2026, im Flasher als „Stable“
Alpha
2.8.0
1. September 2026, große Umbauten, für Tester
Android-App
2.8.1
auch als Desktop-App für Linux, macOS, Windows
Apple-App
2.7.21
iOS, iPadOS, macOS, watchOS, visionOS
Meshtastic kennt zwei Release-Typen: Beta ist die getestete Version, die die Dokumentation den meisten Nutzern empfiehlt; Alpha bringt neue Funktionen mit Risiko. Versionsnummern lauten Major.Minor.Patch.Commit, etwa 2.7.26.54e0d8d. Über LoRa gibt es keine Updates; ein Gerät muss an USB oder (nRF52) per Bluetooth aktualisiert werden. Die App immer vor oder mit der Firmware aktualisieren.
Vor einem Wechsel auf 2.8: Knotennummern leiten sich neu aus dem Schlüssel ab, Position und Telemetrie sind ab Werk aus, US-Knoten starten mit LongTurbo. Nach Bootschleifen empfiehlt das Projekt „Full Erase and Flash“. Wer nur ein stabiles Mesh will, bleibt 2026 bei 2.7.
Flashen nach Plattform
ESP32 / ESP32-S3
Antenne dran, Datenkabel prüfen
Viele USB-C-Kabel laden nur. Treiber (CP210x oder CH9102) bei Bedarf installieren.
flasher.meshtastic.org
Chrome oder Edge (WebSerial). Gerät wählen, Version wählen („Stable“), Optionen: MUI für TFT-Geräte.
Download-Modus
„1200bps Reset“ klicken; klappt es nicht, BOOT- bzw. USR-Taste (T-Deck: Trackball) gedrückt halten und einstecken.
Full Erase and Install oder Update
Erstinstallation komplett löschen, Updates ohne Löschen behalten die Einstellungen. Vorher Schlüssel und Konfiguration exportieren.
Alternative ohne Browser: pip install esptool, dann device-install.sh -f firmware-heltec-v3-2.7.26.bin aus dem Release-Paket.
nRF52840 / RP2040 / RP2350
Firmware-Paket laden
firmware-nrf52840-2.7.26.zip von meshtastic.org/downloads, oder direkt im Web-Flasher „Download UF2“.
Bootloader-Laufwerk
nRF52: RST-Taste doppelt drücken. RP2040: BOOTSEL halten und einstecken. Ein Laufwerk mit INFO_UF2.TXT erscheint.
UF2 kopieren
Die passende firmware-GERÄT-…uf2 auf das Laufwerk ziehen. Das Gerät startet selbst neu.
Bei Problemen
Factory-Erase-UF2 passend zur SoftDevice-Version (in INFO_UF2.TXT), danach Firmware erneut. RAK4631-R zuerst auf den Arduino-Bootloader umstellen.
OTA über Bluetooth: Android-App (Erweitert → Firmware-Update) und Apple-App (Einstellungen → Firmware-Updates) können nRF52-Geräte drahtlos aktualisieren; ältere T-Echo-Bootloader vorher aktualisieren.
Falsches Ziel = totes Gerät (bis zum Neuflashen). Der Flashvorgang läuft scheinbar durch, danach reagiert nichts mehr. Heltec V4 und V4-R8 haben unterschiedliche Pinbelegung und eigene Builds.
Meshtastic-Dokumentation: Getting Started, Flashing Firmware (ESP32 Web Flasher und CLI Script, nRF52 Drag & Drop, Factory Erase, Bootloader Update, OTA), Initial Configuration, Software (Android, Apple, Web Client, Python CLI, meshtasticd, Site Planner), Device UIs, FAQ (Alpha gegenüber Beta).
GitHub-Releases: Firmware 2.7.26 und 2.8.0, Meshtastic-Android 2.8.1, Meshtastic-Apple 2.7.21, Python 2.7.11, Web 2.7.5; Web-Flasher-Repository (Browser-Anforderungen, Optionen).
17 / 22Praxis & Fehlersuche
Neun von zehn Problemen sind Konfiguration, nicht Hardware. Region falsch, Preset anders, Schlüssel ungleich, Kanal voll, Antenne nicht abgestimmt. Die Tabelle unten ordnet Symptome den Ursachen zu. Davor: die Etikette, mit der man in einem fremden Mesh nicht zum Problem wird.
Etikette im öffentlichen Mesh
CLIENT bleibt CLIENT
ROUTER ist für Bergkuppen. Ein zweiter eigener Knoten in Reichweite des ersten: CLIENT_MUTE. Der eigene Dachknoten: CLIENT_BASE mit den eigenen Geräten als Favoriten.
Hop-Limit 3
Mehr Hops bringen dem Mesh Kollisionen, nicht Reichweite. Wer weiter weg ist, braucht einen Knoten dazwischen, keinen höheren Zähler.
Intervalle lang lassen
Position alle 15 Minuten ist viel, Telemetrie alle 30 Minuten reicht. Jeder Knoten mit Minutentakt frisst Airtime, die alle bezahlen.
Kein Downlink vom öffentlichen Broker
MQTT-Downlink auf den Standardkanal holt fremden Verkehr ins lokale Mesh. Nur auf private Kanäle, besser eigener Broker.
Range-Test kurz
Das Range-Test-Modul sendet alle 15–60 s. Für eine Testfahrt einschalten, danach aus. Am besten außerhalb der Stoßzeiten.
Community fragen
Regionale Gruppen wissen, welches Preset läuft, wo Dachknoten fehlen und wer gerade ROUTER ausprobiert. Links unter Community.
Was die Zahlen in der App bedeuten
Alle Werte stehen in der App beim Knoten oder bei der Nachricht. Diese Tabelle sagt, ab wann es gut, normal oder schlecht ist.
Wert
Was er sagt
Gut
Grenzwertig
Handeln
SNR (Klarheit)
Wie klar das Signal aus dem Rauschen kommt. Negativ ist bei LoRa normal
über 0 dB
0 bis −10 dB
Unter −15 dB bei LongFast reißt es ab: Antenne höher, Knoten dazwischen
RSSI (Lautstärke)
Wie stark das Signal an der Antenne ankommt
über −90 dBm
−90 bis −115 dBm
Guter RSSI mit schlechtem SNR heißt Störquelle in der Nähe: Netzteil, Rechner, LED-Lampe
Signalbalken
Die App rechnet SNR gegen die Grenze des Presets, nicht gegen eine feste Zahl
3 Balken
2 Balken
0 Balken heißt: unter der Grenze, das Paket ging verloren
Hops away
Über wie viele Knoten das Paket kam. 0 heißt direkt gehört
0 bis 1
2
3 ist das Maximum bei Standardeinstellung. Wer immer bei 3 liegt, braucht einen Knoten dazwischen
Channel Utilization
Wie voll der Funkkanal insgesamt ist, gemessen über eine Minute
unter 25 %
25 bis 40 %
Über 40 % sendet der Knoten gar nicht mehr. Ursache: zu viele Knoten oder zu viel Telemetrie
Air Util TX
Wie viel der eigene Knoten in der letzten Stunde gesendet hat
unter 5 %
5 bis 10 %
Ab 10 % greift das Duty-Cycle-Limit und der Knoten schweigt. Intervalle verlängern
Zuletzt gehört
Wann der Knoten das letzte Mal etwas gesendet hat
Minuten
bis 2 Stunden
Nach 2 Stunden gilt er in der App als offline
Akku beim fremden Knoten
Nur sichtbar, wenn dort Telemetrie eingeschaltet ist
über 40 %
20 bis 40 %
Fehlt der Wert, ist Telemetrie aus. Seit Firmware 2.7 ist das die Voreinstellung
Was die Symbole an der Nachricht bedeuten
Anzeige
Heißt
Zu tun
Sending, Wolke mit Pfeil
Liegt noch beim Handy oder beim Knoten in der Warteschlange
Warten. Bleibt es hängen: Bluetooth-Verbindung prüfen
Delivered to mesh, Wolke mit Haken
Mindestens ein anderer Knoten hat die Nachricht wiederholt. Bei Kanalnachrichten ist das die beste Bestätigung, die es gibt
Nichts. Ob der Mensch am anderen Ende sie gelesen hat, sagt das nicht
Delivered to recipient, Person mit Haken
Nur bei Direktnachrichten: Der Empfänger selbst hat bestätigt
Nichts, das ist die stärkste Bestätigung
Relayed, not confirmed (gelb)
Jemand hat weitergeleitet, der Empfänger hat nicht bestätigt
Empfänger ist aus, außer Reichweite oder hat alte Firmware. Später erneut
Max Retransmission Reached (rot)
Dreimal gesendet, niemand hat wiederholt
Antenne, Reichweite, Preset und Region prüfen. Traceroute versuchen
No Route
Kein Weg zum Ziel bekannt
Empfänger offline oder zu weit. Näher rangehen oder später
Die Bezeichnungen unterscheiden sich leicht zwischen Android und iPhone. Android zeigt Symbole und Text, die Apple-App vor allem Text. Gemeint ist beides Mal dasselbe.
Symptome und Ursachen
Symptom
Wahrscheinliche Ursache
Prüfen und beheben
Keine anderen Knoten sichtbar
Region nicht gesetzt, anderes Preset, andere Frequenz, keine Knoten in Reichweite
Region EU_868 und Preset LongFast auf beiden Seiten; Frequenzslot 0 oder identisch; auf MeshMap prüfen, ob es hier überhaupt Knoten gibt; Antenne und Pigtail prüfen
Knoten sichtbar, aber Nachrichten unlesbar oder fehlen
Kanalname oder Schlüssel weichen ab
Kanal-QR neu einlesen; Primärkanal auf Standard (leer, AQ==) für den öffentlichen Kontakt
Nachricht ohne Häkchen, „Max retransmission reached“
Niemand in Reichweite hat wiederholt, Kanal überlastet, Ziel weiter als Hop-Limit
Traceroute zum Ziel; Kanalauslastung prüfen; Antenne höher; für Direktnachrichten Schlüsselaustausch abwarten (NodeInfo)
Grauer Haken statt grün bei Direktnachricht
Ein Knoten hat wiederholt, der Empfänger aber nicht bestätigt
Empfänger aus, außer Reichweite oder alte Firmware ohne PKI; später erneut
„Duty cycle limit exceeded“
10 % Stundenbudget verbraucht
Warten; Positions- und Telemetrieintervalle verlängern; Rolle prüfen (ROUTER wiederholt alles); Range-Test aus
Channel Utilization dauernd über 25–40 %
Zu viele Knoten oder zu viel Telemetrie auf LongFast
Mit der Community über MediumSlow reden; ROUTER-Wildwuchs suchen; MQTT-Downlinks finden
Knoten „springt“ im Display, Neustarts
Brownout durch schwachen Akku oder Kabel, volle Knotenliste, Firmware-Wechsel mit Altdaten
Anderes Kabel und Netzteil; NodeDB zurücksetzen; nach großem Update Factory Erase
App findet Gerät per Bluetooth nicht
Alte Kopplung nach Neuflashen, WLAN aktiv (ESP32), Power Saving, MUI läuft
Kopplung im Handy löschen und neu koppeln; WLAN aus; Taste drücken; MUI-Geräte in den Bluetooth Programming Mode
Akkuanzeige falsch
ADC-Faktor passt nicht zum Board
Kalibrieren: voll = 4,2 V = 100 %, siehe Konfiguration
GPS bekommt keinen Fix
Drinnen, Kaltstart, GPS abgeschaltet, Modul nicht erkannt (T-Deck Plus)
Draußen mit freiem Himmel bis 30 s warten, GPS-Modus manuell setzen, Antenne des Moduls frei halten
Reichweite viel kleiner als erwartet
Antenne für 915 MHz, U.FL lose, Antenne waagerecht oder am Körper, Knoten innen
SWR messen oder Antenne tauschen; senkrecht und hoch montieren; Test von Knoten zu Knoten im Freien
Nach Firmware-Update alles weg
„Full Erase“ hat Konfiguration und Schlüssel gelöscht
Backup mit meshtastic --configure backup.yaml zurückspielen; künftig vor jedem Erase --export-config
Positionen anderer erscheinen unscharf oder gar nicht
Position Precision des Kanals, MQTT-Filter (10–16 Bit)
Gewollt; im privaten Kanal Genauigkeit erhöhen
Werkzeuge zur Fehlersuche
Werkzeug
Zeigt
Wo
Traceroute
Pfad Hop für Hop mit SNR je Strecke, hin und zurück
Knotenmenü in den Apps, meshtastic --traceroute
Knotenliste
SNR, RSSI, Hops away, letzte Meldung je Knoten
Apps, Gerätedisplay
Gerätetelemetrie
Channel Utilization, Air Util TX, Akku, Spannung
Knotendetails in den Apps, jede Minute an die verbundene App
Alle Knoten der Gruppe auf 2.7.x, Apps aktuell. Direktnachrichten brauchen 2.5 oder neuer auf beiden Seiten.
Kanal-QR bei allen eingelesen
Privater Zweitkanal mit zufälligem Schlüssel, Primärkanal auf Standard für den Kontakt zu Fremden.
Testnachricht mit Bestätigung
Zwischen allen Geräten einmal hin und her, bevor man auseinandergeht.
Positionsgenauigkeit festgelegt
Im privaten Kanal exakt, im öffentlichen grob oder aus.
Strom
Akkus voll, Powerbank für ESP32-Geräte, Kabel mit Datenleitungen.
Backup
meshtastic --export-config je Gerät, damit ein Reset unterwegs nicht das Ende ist.
Quellen dieses Abschnitts
Meshtastic-Dokumentation: FAQ (Duty Cycle in Europa, Bluetooth nach Neuflashen, Nachrichtenstatus-Symbole), Configuration Tips (Rollen, Hop Count, MQTT-Warnung, Stummschalten), Overview (Voraussetzungen für ein gemeinsames Mesh), Range Test, Traceroute, Device UIs → MUI (Statusfarben, Programming Mode).
Firmware airtime.h und Router.cpp (Schwellen 25 % / 40 %, Duty-Cycle-Meldung), GPS-Audit der Dokumentation (Kaltstart bis 28 s).
18 / 22Recht in Deutschland
Meshtastic auf 868 MHz ist in Deutschland ohne Lizenz erlaubt. Grundlage ist die Allgemeinzuteilung der Bundesnetzagentur für Funkanwendungen geringer Reichweite (SRD). Sie legt fest, wie viel Leistung und wie viel Sendezeit erlaubt sind. Verschlüsselung ist dort kein Thema, im Amateurfunk dagegen verboten. Zwei Welten, die man nicht mischen darf.
Keine Rechtsberatung. Dieser Abschnitt ordnet ein und nennt die verbindlichen Stellen. Maßgeblich sind die aktuelle Allgemeinzuteilung im Amtsblatt der Bundesnetzagentur und die dort genannten Normen. Stand: September 2026.
Der Rahmen
Ebene
Dokument
Was es regelt
EU
Entscheidung 2006/771/EG, zuletzt geändert durch Durchführungsbeschluss (EU) 2025/105
Harmonisierte Frequenzbänder für SRD in allen Mitgliedstaaten: Frequenz, Leistung, Zugangsbedingungen
EU
Funkanlagenrichtlinie 2014/53/EU (RED)
Anforderungen an Geräte: CE-Kennzeichnung, Konformitätserklärung des Herstellers
CEPT / ETSI
ERC/REC 70-03 Anhang 1; EN 300 220-2 (V3.2.1)
Technische Bedingungen: ERP-Grenzen, Duty Cycle je Teilband, LBT+AFA als Alternative, Messverfahren
Deutschland
Allgemeinzuteilung SRD, Vfg 91/2025 (Amtsblatt BNetzA Nr. 21 vom 5. November 2025), ersetzt Vfg 133/2019 mit Änderung 12/2020
Erlaubt jedermann die Nutzung der Frequenzen ohne Einzelzuteilung, unter den in den Tabellen genannten Bedingungen
Gesetzliche Grundlage für Allgemeinzuteilungen; kein Schutz vor Störungen, Störungen anderer sind zu unterlassen
Praktisch heißt das: Kein Antrag, keine Gebühr, kein Rufzeichen. Dafür kein Anspruch auf Störungsfreiheit, Pflicht zur Einhaltung der Leistungs- und Duty-Cycle-Grenzen, und das Gerät muss die Norm einhalten.
Die Teilbänder, die Meshtastic betreffen
Frequenzbereich
Max. Strahlungsleistung
Zugangsbedingung
Meshtastic
869,400–869,650 MHz
500 mW ERP (27 dBm)
Duty Cycle ≤ 10 % oder LBT+AFA
Region EU_868. Die Firmware setzt beides durch
863,000–870,000 MHz
25 mW ERP (14 dBm)
Duty Cycle ≤ 0,1 % oder LBT+AFA
Nicht genutzt
868,000–868,600 MHz
25 mW ERP
Duty Cycle ≤ 1 % oder LBT+AFA
Nicht genutzt (LoRaWAN-Standardkanäle liegen hier)
868,700–869,200 MHz
25 mW ERP
Duty Cycle ≤ 0,1 % oder LBT+AFA
Nicht genutzt
869,700–870,000 MHz
5 mW ERP ohne Duty Cycle, 25 mW mit ≤ 1 %
Nicht genutzt
433,050–434,790 MHz
10 mW ERP (10 dBm)
Duty Cycle ≤ 10 %
Region EU_433 (Firmware nutzt 433,0–434,0 MHz)
433,050–434,790 MHz
1 mW ERP, −13 dBm/10 kHz bei Modulation über 250 kHz
ohne Duty Cycle
Nicht genutzt
434,040–434,790 MHz
10 mW ERP
ohne Duty Cycle, Kanäle ≤ 25 kHz
Nicht genutzt (LoRa ist breiter)
Werte nach ERC/REC 70-03 Anhang 1 und EN 300 220-2 Tabelle B.1, in Deutschland umgesetzt durch die SRD-Allgemeinzuteilung. Der Duty Cycle ist der Sendezeitanteil je Stunde. LBT+AFA (Listen Before Talk mit Frequenzwechsel) erlaubt die Norm als Alternative; Meshtastic nutzt den Duty Cycle. Die Firmware kommentiert die EU_868-Grenze im Quelltext selbst mit „500 mW, or 27 dBm“.
ERP ist nicht die Chipleistung
ERP [dBm] = PSender − Kabelverlust + Antennengewinn [dBd] · dBd = dBi − 2,15Die Grenze gilt für das, was die Antenne abstrahlt, nicht für das, was der Chip liefert
Board
Sender
Antenne
ERP
Bewertung
SX1262-Board (Heltec V3, T-Echo, RAK4631, T-Deck)
22 dBm
2 dBi Stab
21,9 dBm
weit unter 27 dBm
SX1262-Board
22 dBm
6,5 dBi Kollinear, 1 dB Kabel
25,4 dBm
in Ordnung
Heltec V4 High Power, Wireless Tracker V2
28 dBm
2 dBi
27,9 dBm
über der Grenze: TX Power auf 27 dBm oder weniger setzen
Heltec V4 High Power
28 dBm
6,5 dBi
32,4 dBm
deutlich drüber: auf etwa 22 dBm drosseln
T-Beam 1W, Station G2, RAK 1W Booster
30–37 dBm
beliebig
weit drüber
Im SRD-Band nur stark gedrosselt; volle Leistung nur im Amateurfunk auf Amateurfunkfrequenzen
Die Firmware begrenzt „TX Power 0“ auf die 27 dBm der Region, rechnet aber keinen Antennengewinn ein. Wer eine Gewinnantenne an ein 28-dBm-Board hängt, muss den Wert selbst senken.
Verschlüsselung und Amateurfunk
SRD-Band (868 / 433 MHz, jedermann)
Verschlüsselung erlaubt; die Allgemeinzuteilung regelt Frequenz, Leistung und Zugang, nicht den Inhalt
Keine Kennungspflicht, kein Rufzeichen
Leistungsgrenze 27 dBm ERP, Duty Cycle 10 %
Jeder darf mitmachen, deshalb ist hier das öffentliche Mesh
Amateurfunk (70-cm-Band 430–440 MHz, Lizenz)
Nach § 16 AFuV ist Amateurfunkverkehr in offener Sprache zu führen; Verschlüsselung oder Verschleierung des Inhalts ist verboten (Ausnahmen nur für Steuersignale)
Rufzeichen muss übermittelt werden
Deutlich höhere Leistungen je Klasse, größere Antennen
Meshtastic bietet dafür den „Ham Mode“ (Lizenz-Flag, Rufzeichen als Name, Verschlüsselung aus) und ab 2.8 eigene Regionen wie ITU1_70CM
Beide Welten sind absichtlich nicht kompatibel. Ein lizenzierter Knoten im Ham-Mode darf keine verschlüsselten Pakete des öffentlichen Meshes weiterleiten, und das SRD-Mesh darf nicht mit Amateurfunkleistung betrieben werden. Die Meshtastic-FAQ nennt Interoperabilität deshalb ausdrücklich kein Ziel. Wer beides will, betreibt zwei getrennte Knoten.
Geräte: CE und RED
Fertiggeräte für den EU-Markt (RAK WisMesh Pocket V2, viele Heltec- und Seeed-Produkte) tragen CE-Kennzeichen und Konformitätserklärung nach der Funkanlagenrichtlinie. RAK hat den Pocket V2 ausdrücklich für die CE-Anforderungen überarbeitet.
Bastelboards aus Fernost kommen oft ohne oder mit zweifelhafter Erklärung. Die Pflicht trifft den Inverkehrbringer; wer importiert, wird selbst dazu.
Unabhängig davon gilt für den Betrieb: Leistung, Duty Cycle und Bandbreite der Allgemeinzuteilung einhalten. Die Firmware hilft, ersetzt aber nicht die Prüfung von Antenne und Sendeleistung.
Für Österreich und die Schweiz gelten dieselben harmonisierten EU/CEPT-Bänder; die Region in der Firmware ist ebenfalls EU_868 bzw. EU_433. Zuständig sind dort die Fernmeldebehörde bzw. das BAKOM.
Was die Firmware für die Regeln tut
Regel
Umsetzung
Frequenzfenster 869,4–869,65 MHz
Region EU_868 erlaubt nur Slots in diesem Fenster; 500-kHz-Presets fallen auf LongFast zurück
27 dBm
„TX Power 0“ wird auf das regionale Maximum begrenzt; höhere Eingaben werden gekappt
10 % Duty Cycle
Rollendes Stundenfenster, minütlich geprüft; bei Überschreitung Sendestopp mit Fehlermeldung
Kein Audio
audio_permitted = false für EU_868: das experimentelle Sprachmodul ist gesperrt
Override Duty Cycle, Override Frequency
Vorhanden, aber ausdrücklich als regelwidrig bzw. nur für Lizenzinhaber gekennzeichnet
Quellen dieses Abschnitts
Bundesnetzagentur, Allgemeinzuteilungen: Vfg 91/2025 „Allgemeinzuteilung von Frequenzen zur Nutzung durch Funkanwendungen geringer Reichweite (SRD)“, Amtsblatt 21/2025; Vorgänger Vfg 133/2019, geändert durch Vfg 12/2020.
ETSI EN 300 220-2 V3.2.1, Anhang B Tabelle B.1; CEPT/ERC Recommendation 70-03, Anhang 1; Entscheidung 2006/771/EG in der Fassung von 2025/105.
Meshtastic lebt von Leuten mit Dachzugang. Ob es in einer Stadt funktioniert, hängt davon ab, wer dort Knoten aufgestellt hat. Die Karten zeigen, wo etwas ist; die regionalen Gruppen sagen, welches Preset läuft und wo ein Knoten fehlt. Deutschland hat inzwischen eine der dichtesten Szenen Europas.
Auf den Karten erscheint nur, wer per MQTT hochgeladen wird: über ein Gateway mit Uplink oder mit eigenem Map Reporting. Ein Mesh ohne Gateway ist unsichtbar und trotzdem lebendig. Positionen auf dem öffentlichen Server sind auf 10 bis 16 Bit Genauigkeit begrenzt.
Offizielle Kanäle
Kanal
Wofür
Adresse
Dokumentation
Die Referenz, mit guter Suche
meshtastic.org/docs
Discord
Der Hauptkanal der Entwickler und Nutzer, über 50 000 Mitglieder, Kanäle je Land
Offizielle Liste regionaler Gruppen weltweit, auch die deutschen unten
meshtastic.org/docs/community/local-groups
Deutschsprachige Gruppen
Aus der offiziellen Local-Groups-Liste (Stand September 2026), ergänzt um bekannte Karten. Wer eine Gruppe sucht, die hier fehlt: die D-A-CH-Gruppe kennt sie.
Vor dem ersten Dachknoten mit der Gruppe reden. Sie weiß, ob die Stadt noch LongFast fährt oder auf MediumSlow gewechselt ist, wo Funklöcher sind, wer Erfahrung mit Gehäusen und Solar hat, und wie man mit Vermietern über Antennen spricht.
Verwandte Projekte
Projekt
Was es ist
Verhältnis zu Meshtastic
MeshCore
Alternative LoRa-Mesh-Firmware mit Repeater-basiertem Routing statt Fluten
Gleiche Hardware, inkompatibles Protokoll; in Deutschland ebenfalls verbreitet, oft auf anderen Frequenzen im Band
Reticulum / RNode
Kryptografisches Netzwerkprotokoll mit LoRa als einer Trägerschicht, Apps Sideband und NomadNet
Inkompatibel; Berliner Chaos-Mesh dokumentiert alle drei nebeneinander
Vom Projekt verlinkt, um Topologien und Presets durchzuspielen
Quellen dieses Abschnitts
Meshtastic-Dokumentation: Community → Local Groups (Abschnitt Germany), FAQ (Discord, Discussions), Software (Site Planner), MQTT Integrations (Kartendaten, Positionsfilter).
Kartenbetreiber: meshmap.net, meshtastic.liamcottle.net, meshmap.de (Selbstbeschreibungen der Seiten).
Berlin Mesh (Chaos) Community auf Codeberg; MeshCore- und Reticulum-Projektseiten.
20 / 22Rechner
Vier Rechnungen, die im Mesh-Alltag immer wieder gebraucht werden. Sie laufen im Browser, nichts wird gesendet. Ergebnisse sind Näherungen für die Planung; verbindlich sind Messung und Amtsblatt.
Airtime und Duty Cycle
Wie lange belegt ein Paket den Kanal?
Nutzlast ist der verschlüsselte Inhalt: Bei einer Textnachricht etwa Textlänge plus 6 Byte Protobuf-Rahmen. Dazu rechnet der Rechner den 16-Byte-Meshtastic-Header und die 16 Präambelsymbole. Eine Position braucht rund 30 Byte, ein NodeInfo 40 bis 60 Byte.
Antennenlänge
λ/4, λ/2 und 5/8 λ für eine Frequenz
EU_868 LongFast: 869,525 MHz. EU_433 Slot 4: 433,875 MHz. Für Drahtantennen 0,95 ansetzen, für dicke Stäbe 0,93, danach mit dem VNA nachstimmen.
Link-Budget und Freiraumreichweite
Wie weit trägt es bei freier Sicht?
Vorbelegt mit SX1262 bei 22 dBm (158 mW), LongFast-Empfindlichkeit rund −131 dBm und zwei Stabantennen. Das Ergebnis ist die Obergrenze bei freier Sicht; Stadt, Wald und Körper kosten 20 bis 40 dB. Empfindlichkeiten je Preset stehen in Modem-Presets.
Akkulaufzeit
Wie lange hält der Knoten?
Vorbelegt mit einem T-Echo ohne Dauer-GPS. Anhaltswerte für den mittleren Strom in Strom, Akku & Solar.
Formeln dahinter
Größe
Formel
Quelle
Symboldauer
Ts = 2SF / BW
Semtech SX1262-Datenblatt
Präambel
Tpre = (npre + 4,25) · Ts, Meshtastic npre = 16
Semtech AN1200.13, Firmware RadioInterface.h
Nutzlastsymbole
8 + max(⌈(8·PL − 4·SF + 28 + 16) / (4·(SF − 2·DE))⌉ · (CR + 4), 0), DE = 1 bei Ts > 16 ms
Semtech AN1200.13 (expliziter Header, CRC an)
Wellenlänge
λ = c / f = 299 792 458 m/s ÷ f
Freiraumdämpfung
FSPL = 20·log(dkm) + 20·log(fMHz) + 32,44 dB
Friis
ERP
ERP = PTX − Verluste + GdBi − 2,15
Definition ERP/EIRP
21 / 22Glossar A–Z
Die Begriffe, die in Apps, Karten und Foren auftauchen. Englische Fachwörter stehen so, wie sie in der Software erscheinen. Suchen über das Feld, filtern über die Buchstabenleiste.
A
ACKacknowledgement
Empfangsbestätigung. Bei Broadcasts implizit: Der Absender hört, dass irgendein Knoten sein Paket wiederholt. Bei Direktnachrichten zusätzlich ein echter ACK vom Empfänger. Bleibt er aus, wird bis zu dreimal neu gesendet.
Admin Keyadmin key
Öffentlicher Schlüssel eines Geräts, das einen Knoten aus der Ferne konfigurieren darf. Bis zu drei je Knoten. Ersetzt seit 2.5 den alten „admin“-Kanal.
Air Util TXair utilization TX
Eigener Sendezeitanteil in der letzten Stunde in Prozent. In der EU sind 10 % die Grenze, ab 5 % hält die Firmware Metadaten zurück.
Airtimetime on air
Wie lange ein Paket den Kanal belegt. Hängt von SF, Bandbreite, Coderate und Länge ab; eine LongFast-Textnachricht braucht rund 0,7 s.
AQ==default PSK
Base64 für das Byte 0x01: der öffentlich bekannte Standardschlüssel des Primärkanals. Ermöglicht das weltweite öffentliche Mesh, schützt nichts.
B
Bandbreitebandwidth, BW
Breite des Chirps im Spektrum: 125, 250 oder 500 kHz bei Meshtastic. Verdoppeln bringt doppelte Datenrate und kostet rund 3 dB Empfindlichkeit.
BaseUIBaseUI
Die Standard-Geräteoberfläche auf OLED, TFT und E-Ink: Seiten zum Blättern, vorgefertigte Nachrichten. Seit 2.7 neu gestaltet.
Broadcastbroadcast
Paket an alle (Zieladresse 0xFFFFFFFF). Kanalnachrichten, Positionen und Telemetrie sind Broadcasts und werden geflutet.
C
CADchannel activity detection
Der Funkchip prüft vor dem Senden, ob gerade ein LoRa-Signal auf dem Kanal ist. Grundlage des CSMA/CA-Verfahrens.
Channel UtilizationChUtil
Anteil der Zeit, in der der Kanal belegt war, gemessen über eine Minute. Über 25 % hält die Firmware Höflichkeitsverkehr zurück, ab 40 % sendet sie nicht mehr.
Chirpchirp
Ein Signal, dessen Frequenz über die Zeit linear ansteigt oder fällt. LoRa kodiert jedes Symbol als verschobenen Chirp (Chirp Spread Spectrum).
CLIENTclient role
Die Standardrolle: sendet, empfängt, wiederholt, wenn kein anderer es getan hat. Varianten: CLIENT_MUTE (wiederholt nie), CLIENT_BASE (Vorrang für Favoriten), CLIENT_HIDDEN (unsichtbar).
Coderatecoding rate, CR
Fehlerschutz durch Redundanz: 4/5 bis 4/8. 4/8 verdoppelt die Airtime gegenüber unkodiert, hält aber mehr Störungen aus.
Contention WindowCW
Bereich, aus dem ein Knoten seine zufällige Wartezeit vor dem Senden zieht. Wächst mit der Kanalauslastung (CWmin 3, CWmax 8); beim Wiederholen hängt er zusätzlich vom SNR ab.
Nachricht an genau einen Knoten. Seit 2.5 mit Public-Key-Verschlüsselung und Signatur, seit 2.6 per Next-Hop-Routing statt Fluten.
Duty Cycleduty cycle
Erlaubter Sendezeitanteil je Stunde. In EU_868 und EU_433 10 %; die Firmware stoppt das Senden, wenn das rollende Stundenbudget verbraucht ist.
E
ERPeffective radiated power
Abgestrahlte Leistung bezogen auf einen Halbwellendipol: Sendeleistung minus Verluste plus Antennengewinn in dBd. EIRP bezieht sich auf den Kugelstrahler und liegt 2,15 dB höher.
EU_868 / EU_433region codes
Die beiden Regionen für Europa: 869,4–869,65 MHz mit 27 dBm ERP bzw. 433–434 MHz mit 10 dBm ERP, beide mit 10 % Duty Cycle.
F
Favoritfavorite node
Markierter Knoten in der Liste. Favoriten fallen nie aus der Knotenliste; ein CLIENT_BASE wiederholt ihre Pakete mit Vorrang; Hops über favorisierte Router kosten seit 2.7 nichts.
Floodingmanaged flooding
Jeder Knoten wiederholt jedes neue Paket einmal, bis das Hop-Limit erreicht ist; „managed“, weil er vorher lauscht, ob es ein anderer schon getan hat.
Frequenzslotfrequency slot
Nummer des Kanals innerhalb der Region, früher „LoRa channel number“. Wird aus dem Hash des Primärkanalnamens berechnet oder fest gesetzt. EU_868 mit 250 kHz hat genau einen.
Fresnel-ZoneFresnel zone
Ellipsenförmiger Raum um die Sichtlinie, der frei bleiben sollte. Radius in der Mitte bei 868 MHz: rund 9 m auf 1 km, 29 m auf 10 km.
H
Ham Modelicensed operator mode
Einstellung für Funkamateure: Rufzeichen als Name, Verschlüsselung aus, Leistungsgrenzen aufgehoben. Nicht mit dem SRD-Mesh kompatibel.
Hophop
Eine Weiterleitung durch einen Knoten. Hop-Limit (Standard 3, Maximum 7) zählt herunter; Hop-Start merkt sich den Startwert, die Differenz ist „Hops away“.
I
InkHUDInkHUD
Anzeige-Oberfläche für E-Ink-Geräte (T-Echo, Wireless Paper, ThinkNode M1 u. a.) mit umschaltbaren Applets, bedient über eine Taste. Seit 2.6.
K
Kanalchannel
Gruppe mit Name und Schlüssel, nicht Frequenz. Ein Knoten hat einen Primärkanal und bis zu sieben Sekundärkanäle, alle auf derselben Frequenz.
Knotennode
Ein Meshtastic-Gerät. Identifiziert über die Knotennummer (bis 2.7 aus der MAC-Adresse, ab 2.8 aus dem öffentlichen Schlüssel) und die ID der Form !a1b2c3d4.
L
LBT+AFAlisten before talk, adaptive frequency agility
Alternative Zugangsbedingung der Norm zum Duty Cycle: erst hören, dann senden, bei Belegung Frequenz wechseln. Meshtastic nutzt stattdessen den Duty Cycle.
Link-Budgetlink budget
Sendeleistung plus Antennengewinne minus Verluste minus Empfängerempfindlichkeit. LongFast: 153 dB bei 22 dBm und 0 dBi. Was davon nach Dämpfung übrig bleibt, ist die Reserve.
LongFastLONG_FAST
Das Standard-Preset: SF11, 250 kHz, Coderate 4/5, 1,07 kbit/s. Das öffentliche Mesh in Deutschland läuft darauf.
LoRalong range
Modulationsverfahren von Semtech (Chirp Spread Spectrum) für geringe Datenraten über große Distanzen. Nicht zu verwechseln mit LoRaWAN, dem Netzprotokoll darüber.
M
Map Reportmap report
Unverschlüsselter Statusbericht (Name, Hardware, Rolle, Firmware, Region, Preset, unscharfe Position), den ein Knoten stündlich an den MQTT-Broker schicken kann, damit Karten ihn zeigen.
MQTTMQTT
Nachrichtenprotokoll über das Internet. Gateway-Knoten spiegeln Mesh-Pakete an einen Broker (Uplink) und holen welche zurück (Downlink). Öffentlicher Broker: mqtt.meshtastic.org.
MUIMeshtastic UI
Touch-Oberfläche für ESP32-S3-Geräte mit TFT (T-Deck, T-Lora Pager, SenseCAP Indicator): Messenger ohne Handy. Erlaubt keine gleichzeitige App-Verbindung.
N
Next-Hopnext-hop routing
Seit 2.6: Für Direktnachrichten merkt sich der Absender den Knoten, über den die Antwort kam, und lässt nur noch diesen wiederholen. Fällt bei Bedarf auf Fluten zurück.
NodeDBnode database
Liste der bekannten Knoten mit Name, Position, Telemetrie, Schlüssel. Begrenzt auf 80 (nRF52) bis 250 (ESP32-S3) Einträge; Favoriten bleiben.
NodeInfoNodeInfo
Paket mit langem und kurzem Namen, Hardware und öffentlichem Schlüssel. Wird alle drei Stunden und auf Anfrage gesendet.
P
PKI / PKCpublic key cryptography
Schlüsselpaar je Knoten (X25519). Seit 2.5 für Direktnachrichten und Fernwartung, ab 2.8 auch für Signaturen und die Knotennummer.
Position Precisionposition precision
Bits der Koordinate, die in einem Kanal geteilt werden: 0 = nie, 13 = etwa 3 km, 32 = exakt. Der öffentliche MQTT-Server lässt nur 10 bis 16 Bit durch.
Presetmodem preset
Vordefinierte Kombination aus SF, Bandbreite und Coderate, von ShortTurbo bis LongSlow. Alle Knoten eines Meshes brauchen dasselbe.
PSKpre-shared key
Symmetrischer Kanalschlüssel: 0 Byte (offen), 16 Byte (AES-128) oder 32 Byte (AES-256). Steckt im Kanal-QR-Code.
R
Range Testrange test module
Modul, mit dem ein Knoten alle 15 bis 60 s ein Testpaket sendet und ein anderer den Empfang mit Position protokolliert. Kostet viel Airtime, nur zeitweise nutzen.
Rebroadcastrebroadcast
Das Wiederholen eines fremden Pakets. Der Rebroadcast-Modus (ALL, LOCAL_ONLY, KNOWN_ONLY, CORE_PORTNUMS_ONLY, NONE) legt fest, was wiederholt wird.
Regionregion
Länderprofil in der Firmware mit Frequenzbereich, Leistungsgrenze und Duty Cycle. Pflichtangabe; Deutschland: EU_868 oder EU_433.
ROUTERrouter role
Infrastrukturrolle für exponierte Standorte: wiederholt immer und mit Vorrang, Bluetooth und WLAN aus. Im Wohnhaus falsch; dafür CLIENT_BASE. Varianten: ROUTER_LATE (wiederholt zuletzt), REPEATER (abgekündigt).
RSSIreceived signal strength indicator
Empfangspegel in dBm, meist zwischen −60 (sehr nah) und −125 (Abrisskante). Sagt allein wenig; zusammen mit SNR lesen.
S
Spreading FactorSF
Wie viele Chips ein Symbol trägt (2 hoch SF). SF7 bis SF12 bei Meshtastic; jede Stufe verdoppelt die Airtime und bringt rund 2,5 dB.
Smart Broadcastsmart position broadcast
Sendet die Position bei Bewegung öfter (frühestens nach 100 m und 5 min) und im Stand nur im normalen Intervall.
SNRsignal-to-noise ratio
Abstand des Signals zum Rauschen in dB. LoRa dekodiert bis etwa −20 dB, negative Werte sind normal. Steuert die Wartezeit vor dem Wiederholen.
SRDshort range device
Funkanwendungen geringer Reichweite: die Geräteklasse, unter der Meshtastic in Europa ohne Lizenz läuft. Geregelt durch ERC 70-03, EN 300 220 und die Allgemeinzuteilung der Bundesnetzagentur.
Store & Forwardstore and forward
Ein ESP32-Knoten mit PSRAM puffert Nachrichten und liefert sie an Clients nach, die zwischenzeitlich offline waren.
SX1262SX1262
Der verbreitetste LoRa-Transceiver in Meshtastic-Geräten, bis 22 dBm. Vorgänger SX1276 (20 dBm, auslaufend), Alternativen LR1110/LR1121, SX1280 für 2,4 GHz.
T
Telemetrietelemetry
Gerätewerte (Akku, Spannung, Kanalauslastung, Air Util TX) und Umweltwerte von Sensoren. Gerätetelemetrie ins Mesh ist seit 2.7 ab Werk aus.
Traceroutetraceroute
Zeigt, über welche Knoten ein Paket zum Ziel und zurück lief, mit SNR je Strecke. Das wichtigste Werkzeug bei Zustellproblemen.
U
UF2USB flashing format
Firmware-Dateiformat, das per Drag-and-drop auf das Bootloader-Laufwerk eines nRF52- oder RP2040-Boards kopiert wird. Kein Treiber, kein Werkzeug.
U.FL / IPEXU.FL connector
Winziger Antennen-Schnappstecker auf vielen Boards. Über ein Pigtail auf SMA führen; nur wenige Steckzyklen.
Uplink / Downlinkuplink, downlink
Je Kanal: Uplink schickt Mesh-Pakete zum MQTT-Broker, Downlink holt Broker-Pakete ins Mesh. Beides ab Werk aus.
Nichts gefunden.
22 / 22Quellen
Alles in diesem Modul wurde im September 2026 gegen Primärquellen geprüft: die Meshtastic-Dokumentation und ihr Quell-Repository, den Firmware-Quelltext, die Protobuf-Definitionen, GitHub-Releases, Herstellerunterlagen und die Rechtsgrundlagen. Wo Dokumentation und Firmware auseinanderliegen, steht es im jeweiligen Abschnitt dabei.
Meshtastic-Projekt
Quelle
Wofür
Adresse
Dokumentation
Radio Settings, Mesh Algorithm, Encryption, Configuration (Radio, Module, Device UIs), Hardware, Getting Started, FAQ, Local Groups
„Choosing the Right Device Role“, „Demystifying Router Late“, „Why your mesh should switch from LongFast“, „Recent Public MQTT Broker Changes“, „Introducing new Public Key Cryptography in v2.5“, 2.6- und 2.7-Vorschauen
Was in diesem Modul bewusst unscharf bleibt: Preise (nur Klassen), Stromverbräuche einzelner Geräte ohne Herstellerangabe (Größenordnungen), die exakten Tabellenwerte der Allgemeinzuteilung außerhalb der von Meshtastic genutzten Teilbänder (nach ERC 70-03 und EN 300 220, im Amtsblatt nachlesen). Firmware 2.8 ist Alpha; ihre Angaben können sich bis zum Beta-Release ändern.