3D-Druck

Referenz 🔧 Werkstatt 4 Abschnitte Stand 26.08.2026

Material, Düse und Wirtschaftlichkeit des FDM-Drucks: der Filament-Vergleich von PLA bis Carbon-Nylon, Düsengrößen und -materialien, Infill-Muster — und der Rentabilitäts-Simulator für den Druck als Nebenerwerb.

01 / 04Filamente

Das Filament entscheidet mehr über das fertige Teil als der Drucker. PLA und PETG decken den Alltag ab; alles darüber kostet beheizten Bauraum, trockenes Material und eine härtere Düse. Die Tabelle listet 36 Filamente mit Temperaturen, Kennwerten (1–10) und Preisspanne.

Schnellwahl

Deko, Modelle, Einstieg
PLA, für belastete Teile PLA+. Kein Bauraum nötig, kaum Warping, ab ca. 55 °C aber weich — nichts fürs Auto im Sommer.
Funktionsteile im Haus
PETG als Standard, ABS oder PC-ABS wenn es warm wird oder acetongeglättet werden soll (Einhausung).
Dauerhaft draußen
ASA ist ABS mit UV-Schutz. PETG geht auch, vergilbt aber langsam; TPC für flexible Außenteile.
Steif und leicht
PETG-CF als einfacher Einstieg, PA-CF und PA6-GF30 für echte Strukturteile. Gehärtete Düse ist Pflicht.
Weich und elastisch
TPU 95A ist der beherrschbare Standard. 85A und 60A brauchen Direktextruder und sehr niedrige Geschwindigkeit.
Löslicher Support
PVA oder das schnellere BVOH für PLA und PETG, HIPS für ABS (löst sich in D-Limonen).

Alle Filamente im Vergleich

Kennwerte 1–10, relativ zueinander: Fest. Zugfestigkeit und Steifigkeit, Hitze Formbeständigkeit in der Wärme, Flex Dehnbarkeit, Druckbar wie gutmütig sich das Material verhält, Chem und UV Beständigkeit gegen Medien und Sonne.

FilamentKategorieDüse °CBett °C€ / kgFest.HitzeFlexDruckbarChem · UVDüse & Charakter
PLAStandard190–23020–6012–25422102 · 2Messing Der Einstieg: biobasiert, geruchsarm, kaum Schrumpfung — ab etwa 55 °C aber weich.
PLA+ / PLA ProStandard200–23050–6016–3053392 · 2Messing Zäheres PLA mit besserer Schichthaftung. Clips, Spielzeug, Halter im Innenraum.
PETGStandard220–25070–8016–3065486 · 5Messing Der Allrounder: zäh, chemisch beständig, wenig Verzug. Neigt zu Fäden, Trocknen hilft.
ABSEngineering220–26095–11015–2866446 · 3Messing Schlagfest und acetonglättbar — ohne Einhausung reißen große Teile an den Ecken auf.
ASAEngineering235–26090–11020–3566456 · 8Messing ABS mit UV-Schutz und damit erste Wahl für alles, was dauerhaft draußen bleibt.
PA6 / Nylon 6Engineering240–27070–9030–6587637 · 4Gehärtet Zäh und abriebfest. Stark hygroskopisch — ungetrocknet schäumt es und wird spröde.
PA12 / Nylon 12Engineering240–27070–9035–7076747 · 4Gehärtet Nimmt deutlich weniger Wasser auf als PA6 und ist ermüdungsfester. Filmscharniere, Snap-Fits.
PA-CF (Nylon-Carbon)Composite250–28080–10050–17098337 · 5Gehärtet Sehr steif und leicht, dafür spröder als reines PA und stark abrasiv.
PA-GF (Nylon-Glas)Composite250–28080–10040–9087437 · 5Gehärtet Günstiger als CF und weniger spröde, bei gleicher Abrasion an der Düse.
PETG-CFComposite230–26070–8535–6576356 · 5Gehärtet Der einfache Einstieg in Composites: formstabil, matt, ohne Trockenschrank-Zwang.
PLA-CFComposite200–23050–6025–5063272 · 2Gehärtet Steifer Carbon-Look, aber die Temperaturgrenze von PLA bleibt. Kein Lastträger.
TPU 95AFlexibel210–23030–6022–4054955 · 5Messing Der beherrschbare Flex-Standard. Direktextruder, kurze Retraction, unter 30 mm/s.
TPU 85AFlexibel210–23030–6030–55441035 · 5Messing Deutlich weicher und entsprechend zickig im Vorschub — knickt gern vor dem Antriebsrad.
TPEFlexibel200–23030–5030–55331034 · 4Messing Gummiartig; funktioniert nur mit kurzem, rundum gestütztem Filamentweg.
TPC (Copolyester-Flex)Flexibel210–24040–6035–6555856 · 6Messing Flexibel und dabei chemie- und UV-fester als TPU. Für Dichtungen im Freien.
PC (Polycarbonat)Hochleistung260–310100–12035–6599426 · 6Gehärtet · Einhausung Sehr schlagfest und hitzefest, klar druckbar. Trocknen ist Pflicht, sonst wird es milchig.
PC-ABSHochleistung250–280100–11040–7588436 · 4Gehärtet · Einhausung Zähigkeit von PC bei der Druckbarkeit von ABS — der praktikable Kompromiss.
PC-CFComposite260–300100–11560–130109227 · 60,6 mm gehärtet Das steifste bezahlbare Filament und zugleich eines der abrasivsten.
PEI / ULTEMHochleistung340–380120–160150–350910319 · 7Spezial-Hotend Flammschutz und Dauerwärme weit über 170 °C — nur auf Hochtemperaturdruckern.
PEEKHochleistung370–410120–160350–70010103110 · 8Spezial-Hotend Das Referenzpolymer für Medizin und Aerospace. Braucht Bauraum über 120 °C.
PEKKHochleistung340–360120–150400–5509103110 · 8Spezial-Hotend Wie PEEK, kristallisiert aber langsamer und verzieht sich dadurch weniger.
PPSHochleistung290–330120–150200–400892110 · 7Spezial-Hotend Chemisch praktisch unangreifbar und schwer entflammbar, dafür spröde.
PP (Polypropylen)Engineering220–25080–10028–5555738 · 4Messing · PP-Bett Zäh und chemikalienfest, schrumpft aber stark und haftet fast nur auf PP-Klebeband.
HIPSSupport220–24090–11016–2845364 · 3Messing Stützmaterial für ABS: löst sich in D-Limonen, druckt sich sonst wie leichtes ABS.
PVASupport180–21045–6030–6522241 · 1Messing Wasserlöslicher Support. Zieht Feuchte wie ein Schwamm, über 215 °C zersetzt es sich.
BVOHSupport190–22050–6040–7522251 · 1Messing Löst schneller als PVA und verträgt mehr Trägermaterialien — dafür teurer.
POM (Acetal/Delrin)Engineering200–220100–13035–6576538 · 3Messing Geringste Reibung im Feld, hält aber kaum auf dem Bett — Kleber und Brim einplanen.
PVDFSpezial230–26080–100150–300774210 · 8Spezial · Absaugung Fluorpolymer, chemisch inert und piezoelektrisch — setzt überhitzt Flusssäure frei.
ESD-PETG / ESD-ABSSpezial230–26070–10040–8065356 · 4Gehärtet Ableitend mit 10⁶–10⁹ Ω Oberflächenwiderstand; carbongefüllt und damit abrasiv.
Leitfähiges PLA / TPUSpezial200–23040–6030–6032552 · 20,6 mm gehärtet Reicht für Touch, Sensorik und Abschirmung — nicht für Leistungsströme.
Metall-FillSpezial195–22050–6030–5543253 · 30,6 mm gehärtet PLA mit Metallpulver: schwer, polierbar, optisch überzeugend, mechanisch schwach.
Holz-FillSpezial180–22050–6025–4532261 · 20,6 mm Messing Schleif- und beizbar; die Düsentemperatur steuert den Farbton. Verstopft gern.
Keramik-FillSpezial190–22050–6035–6033144 · 50,6 mm gehärtet Steinoptik; als Grünkörper mit passendem Binder sinterbar.
PA6-GF30Composite260–29090–11060–13098327 · 50,6 mm gehärtet 30 % Glasfaser: der Spritzguss-Ersatz für Kleinserien. Trockenschrank und Einhausung.
PPA-CF / PPA-GFComposite280–320100–12080–17099328 · 6Gehärtet · >300 °C Polyphthalamid mit HDT über 200 °C — hält im Motorraum, was PA-CF nicht mehr hält.
TPU 60AFlexibel200–22030–5035–65331024 · 4Direktextruder Nahezu silikonweich und der Grenzfall des FDM-Verfahrens: unter 15 mm/s drucken.
Richtwerte, keine Datenblätter. Temperaturen und Preise (Richtpreise pro 1-kg-Spule, Stand Mitte 2026) schwanken zwischen Herstellern, Farben und Chargen erheblich; die Kennwerte 1–10 ordnen die Materialien nur zueinander ein. Für die Auslegung gilt das Datenblatt der Spule, gedruckte Kennwerte liegen zudem deutlich unter den Spritzgusswerten. Werkstoffkennwerte in einheitlichen Einheiten stehen in Mechanik & Konstruktion.

Trocknen, Bauraum, Abluft

Feuchtes Filament ist die häufigste Ursache für schlechte Oberflächen und Brüche entlang der Schichten — es knistert beim Extrudieren und schäumt sichtbar aus der Düse.

MaterialgruppeTrocknenBauraumLagerung
PLA, PLA-CF, Holz-Fillselten nötig, 45–55 °C / 4–6 hoffen, Bett 50–60 °CBeutel mit Silikagel reicht
PETG, TPU, TPCvor jedem längeren Druck, 55–65 °C / 4–6 hoffen, zugfreitrocken, sonst Fäden und Blasen
ABS, ASA, PC-ABS60–70 °C / 4–6 hgeschlossen, 40–50 °Ctrocken; Zugluft erzeugt Risse
PA, PA-CF/GF, PC, PPAPflicht, 70–80 °C / 8–12 hgeschlossen und beheiztTrockenbox im Betrieb
PVA, BVOHPflicht, 45–55 °C / 6–10 hwie das Trägermaterialluftdicht, nie offen liegen lassen
Abluft: ABS, ASA, PC und alle Hochtemperaturmaterialien setzen beim Druck flüchtige organische Verbindungen und ultrafeine Partikel frei. Geschlossener Bauraum mit Aktivkohle- und Partikelfilter oder Aufstellung außerhalb des Wohnraums — nicht der Geruch ist das Problem, sondern was man nicht riecht. PVDF ist zusätzlich ein Sonderfall: bei Überhitzung entsteht Fluorwasserstoff.
Abrasive Filamente: Alles mit Carbon, Glasfaser, Metall-, Keramik- oder Leuchtpigment frisst eine Messingdüse in wenigen Spulen auf. Welche Düse wofür taugt, steht unter Düsen & Nozzles.
Quellen zu diesem Abschnitt

02 / 04Düsen & Nozzles

Die Düse bestimmt zwei Dinge: wie fein der Druck wird und wie lange er fein bleibt. Der Durchmesser regelt den Kompromiss aus Detail und Durchsatz, das Material entscheidet, ob abrasive Filamente die Öffnung nach zwei Spulen aufweiten.

Düsengrößen

Sinnvolle Schichthöhe liegt bei 25–75 % des Düsendurchmessers, die dünnste vernünftige Wand bei zwei Extrusionsbahnen. Beides skaliert direkt mit dem Durchmesser — die Druckzeit dagegen sinkt überproportional, weil mit dem Querschnitt auch die Schichthöhe wächst.

GrößeDetailTempoFestigkeitDurchsatzSchichthöheWand (2 Bahnen)Wofür
0,2 mm82320,05–0,15 mm0,4 mmMiniaturen, feine Schriftzüge, Schmuckmodelle. Drei- bis fünfmal längere Druckzeit, sehr verstopfungsanfällig, nichts für gefüllte Filamente.
0,4 mm Standard66660,10–0,30 mm0,8 mmWerksdüse fast aller Drucker und die richtige Wahl für den Großteil aller Drucke. Beste Profil- und Software-Unterstützung.
0,6 mm48880,15–0,45 mm1,2 mmFunktionsteile, große Strukturteile und stark gefüllte Composites. Breitere Bahnen haften besser aneinander, Bohrungen werden ungenauer.
0,8 mm29990,20–0,60 mm1,6 mmVasenmodus, Kisten, Werkstatt-Halter. Sehr schnell und sehr stabil, Oberfläche deutlich gerippt.
1,0 mm11010100,25–0,75 mm2,0 mmMaximaler Durchsatz für XXL-Teile. Nur mit High-Flow-Hotend sinnvoll, sonst reicht die Heizleistung nicht.

Düsenmaterialien

Wärmeleitfähigkeit und Härte laufen gegeneinander: Messing leitet rund 110 W/(m·K), gehärteter Stahl nur etwa 45, Kupfer dagegen rund 400 — deshalb braucht eine Stahldüse meist 5–10 °C mehr Düsentemperatur für denselben Durchfluss.

DüsentypKategorie€ / StückWärme­leitungVerschleiß­fest.Durchflussmax °CGrößenMarken & Einordnung
MessingStandard1–510273000,2 / 0,4 / 0,6 / 0,8 / 1,0E3D, Creality, Prusa, MK8-Standard. Beste Wärmeleitung, glatte Innenwand, sehr günstig — bei Carbon oder Glasfaser aber nach ein bis drei Spulen ausgeweitet. Messing kann Blei enthalten, also nichts für Lebensmittelkontakt.
Gehärteter StahlStandard8–255864500,2 / 0,4 / 0,6 / 0,8E3D, Bambu Lab (Serienausstattung X1C), Micro Swiss, Slice Engineering, Brozzl. Der Allrounder für alles Abrasive: Carbon, Glasfaser, Metall-, Holz- und Keramik-Fill sowie Nachleuchtpigment. Kostet Wärmeleitung und meist 5–10 °C Aufschlag.
Gehärteter Stahl High-Flow (CHT)High-Flow10–305894500,4 / 0,6 / 0,8Bondtech CHT, Bambu Lab High-Flow, Trianglelab, diverse CHT-Klone. Der geteilte Innenkanal erwärmt das Filament von drei Seiten und bringt bis zu 30 % mehr Durchfluss. Bei feinen Details eher mehr Fäden, Klonqualität schwankt.
EdelstahlStandard5–154653500,4 / 0,6Bambu Lab (Serienausstattung P1S und A1), E3D, Prusa. Bleifrei und korrosionsbeständig, damit die Wahl für Lebensmittelkontakt — aber die schlechteste Wärmeleitung im Feld und weniger standfest als gehärteter Stahl.
Bimetall (Kupferkern, Stahlspitze)Standard12–358774500,4 / 0,6 / 0,8Micro Swiss, TH3D, Kingroon und viele Fernost-Anbieter. Kupferkörper für die Wärme, gehärtete Spitze für den Verschleiß: kaum Temperaturaufschlag beim Wechsel zwischen PLA und CF. Die Fügestelle ist die Schwachstelle billiger Ware.
Rubin / SaphirPremium80–1208974000,4 / 0,6E3D Olsson Ruby, DUROZZLE, 3DMakerEngineering. Messingkörper mit eingepresstem synthetischem Rubin (Mohs 9): sehr lange Standzeit bei guter Wärmeleitung. Hart, aber spröde — ein Aufsetzer auf dem Bett kostet die Spitze.
WolframkarbidPremium50–9071074500,4 / 0,63DMakerEngineering, Dyze Design. Fast so hart wie Diamant, aber deutlich weniger spröde als Rubin und damit crashfester. Praktisch die letzte Düse, die man kauft — sofern es sie für das eigene Hotend gibt.
DiamantPremium100–18091084000,4 / 0,6DiamondBack, NDJ. Synthetischer Diamant (Mohs 10) mit der besten Wärmeleitung aller Spitzen, deshalb ohne Temperaturaufschlag. Teuer, schlagempfindlich und für Hobbybetrieb klar überdimensioniert.
ObXidian (E3D × Bambu Lab)High-Flow25–4579104500,4 / 0,6ObXidian-gehärtete Spitze mit E3DLC-Antihaftbeschichtung; als High-Flow-Hotend rund 60 % mehr Durchfluss. Erhältlich für Bambu X1/P1 sowie als ObXidian 500 für die H2-, P2-, X2- und A2-Serie, die Düsen auch für E3D Revo und V6.
Kupfer / plattiertes KupferSpezialisiert15–4010383500,4 / 0,6 / 0,8Trianglelab, Mellow, Slice Engineering. Beste Wärmeleitung überhaupt und damit die Speed-Düse für Standardfilamente. Ohne Beschichtung so weich wie Messing, die Vernickelung nutzt sich ab.
Beschichtet (SiC, Vanadium)Spezialisiert20–458884000,4 / 0,6Slice Engineering Vanadium, Micro Swiss TwinClad. Messing- oder Kupferkörper mit harter Beschichtung: gute Wärmeleitung ohne Temperaturaufschlag, glatter als gehärteter Stahl. Die Schicht trägt sich mit der Zeit ab.
Preise für einzelne Düsen, Stand Mitte 2026. Komplette Hotend-Baugruppen mit integrierter Düse (Revo, Bambu, Prusa Nextruder) kosten ein Vielfaches.

Wechseln, prüfen, entstopfen

Heiß wechseln

Hotend auf Drucktemperatur bringen, dann die Düse lösen und die neue heiß nachziehen — sonst kriecht Kunststoff durch das Gewinde und das Hotend leckt. Heizblock gegenhalten, nicht das Heatbreak verdrehen.

Nach dem Wechsel neu kalibrieren

Z-Offset und Durchmesser im Slicer setzen, danach Fluss- und Druckvorlauf-Kalibrierung. Bei gehärtetem Stahl 5–10 °C aufschlagen.

Verschleiß erkennen

Unterextrusion trotz gutem Filament, plötzlich zu breite erste Schicht, fransige Kanten: die Öffnung ist aufgeweitet. Eine Messingdüse hält bei Carbonfilament oft keine 500 g.

Verstopfung lösen

Kaltzug (Cold Pull) bei 90–100 °C mit PLA oder Nylon, sonst Nadel im heißen Zustand. Ausbrennen mit der Flamme zerstört Beschichtungen und ist bei Rubin und Diamant tabu.
Praktische Aufteilung: eine 0,4er Messingdüse für Standardmaterial, eine 0,6er gehärtete für alles Abrasive. Das deckt fast alles ab und kostet zusammen weniger als eine Premium-Düse — welche Filamente abrasiv sind, steht unter Filamente.
Quellen zu diesem Abschnitt

03 / 04Infill-Muster

Das Infill-Muster entscheidet, wofür das Material im Inneren überhaupt gut ist. 2D-Muster wiederholen sich Schicht für Schicht und tragen nur in der Ebene; 3D-Muster verschränken sich über die Schichten hinweg und tragen in alle Richtungen. Fünf Muster decken den Alltag ab — der Rest ist Sonderfall.

Alle Muster im Vergleich

Namen und Kategorien folgen Bambu Studio; PrusaSlicer, OrcaSlicer und Cura kennen dieselben Muster meist unter gleichem oder sehr ähnlichem Namen. Top markiert die fünf Muster, mit denen sich praktisch jeder Druck erschlagen lässt.

MusterKategorieDichteDim.FestigkeitTempoMaterial­effizienzIsotropieCharakter & Einsatz
GyroidAllrounder Top10–30 %3D97810Geschwungene Flächen, die sich innerhalb einer Schicht nie kreuzen: gleich stark in alle Richtungen, wenig Vibration. Die Standardempfehlung von Bambu Lab und Prusa und die richtige Antwort, wenn man nicht nachdenken will.
Grid (Gitter)Schnell Top10–30 %2D6954Einfaches Kreuzgitter, sehr schnell und zuverlässig, gute Stützung der Deckschichten. Tragfähig in X und Y, schwach diagonal; die Linien kreuzen sich auf derselben Schicht und der Kopf rumpelt darüber.
LightningSchnell Top5–15 %adaptiv210101Baumartige Verästelungen, die nur dort wachsen, wo Deckschichten Auflage brauchen. Spart bis zu zwei Drittel Material und Zeit — trägt dafür praktisch nichts. Für Figuren, Vasen und reine Optik.
Cubic (Würfel)Stark Top15–30 %3D8678Um 45° gekippte Würfel mit geschlossenen Lufttaschen: gute Festigkeit in alle Richtungen und spürbar schneller als Waben. Die Wahl, wenn Gyroid zu lange braucht.
CrossHatchSchnell Top10–25 %2D5964Neueres Bambu-Muster für hohe Geschwindigkeit: keine Kreuzungen innerhalb einer Schicht, dadurch ruhiger Lauf. Stabiler als Lines, schwächer als Gyroid oder Cubic.
Honeycomb (Waben)Stark15–30 %2D8476Das klassische Wabenmuster mit exzellenter Lastverteilung je Gramm. Bezahlt wird das mit vielen scharfen Richtungswechseln und entsprechend langer Druckzeit.
Adaptive CubicStark10–25 %3D7797Cubic mit automatisch variabler Dichte: dicht an Wänden und unter Deckschichten, dünn im Kern. Spart bei großen Teilen viel Material, die Festigkeit wird dafür schlechter vorhersagbar.
3D HoneycombStark15–30 %3D9367Waben mit Z-Verstrebung und damit eines der stärksten Muster überhaupt. Sehr lange Druckzeit durch komplexe Pfade — nur für Teile, die es wirklich brauchen.
Lines (Linien)Schnell10–20 %2D3972Parallele Bahnen, je Schicht um 90° gedreht. Schnell und leise, aber innerhalb einer Schicht nur in einer Richtung tragfähig. Für schnelle Sichtprototypen und Miniaturen.
Triangles (Dreiecke)Stark15–30 %2D8665Dreiecksnetz mit sehr guter Scherfestigkeit in der Ebene, ohne Verstrebung in Z. Gut für Platten und flächige Bauteile, die seitlich belastet werden.
Concentric (Konzentrisch)Spezialisiert15–40 %2D4763Folgt der Außenkontur nach innen und lässt das Teil federn statt tragen. Für flexible Teile und dünnwandige Behälter; als Auflage für Deckschichten ungeeignet.
Zig-ZagSchnell10–20 %2D3972Wie Lines, aber als durchgehender Pfad ohne Rückzüge. Gleiche Festigkeit, weniger Retraction-Probleme — praktisch bei Materialien, die beim Rückzug zicken.
Tri-HexagonStark15–30 %2D8566Dreiecke und Sechsecke kombiniert: sehr tragfähig in der Ebene bei guter Lastverteilung. Viele Richtungswechsel, entsprechend langsam.
Cross (Kreuz)Spezialisiert10–25 %2D3673Kreuzmuster, das dem Teil gezielt Nachgiebigkeit gibt. Sinnvoll fast nur in Kombination mit TPU oder TPE für Dämpfer und Polster.
Locked ZagSpezialisiert15–30 %2D6764Bambu-Muster aus zwei Lagen: eine Cross-Zag-Haut für die Seitenflächen und ein Zig-Zag-Skelett für die Festigkeit, beide getrennt einstellbar. Für Teile, bei denen das Muster durchscheinen soll.
Support CubicSchnell5–15 %3D4895Auf Deckschicht-Stützung reduziertes Cubic — dasselbe Ziel wie Lightning, aber als räumliche Struktur und damit etwas tragfähiger. Für leichte Sichtteile mit sauberer Oberseite.
Kennwerte 1–10, relativ zueinander. Isotropie = wie gleichmäßig die Festigkeit über alle Richtungen verteilt ist. Einzustellen in Bambu Studio unter Process → Strength → Sparse Infill Pattern, in PrusaSlicer unter Druckeinstellungen → Füllung.

Dichte richtig wählen

Mehr Füllung ist selten die richtige Antwort: oberhalb von rund 40–50 % bringt eine zusätzliche Wand mehr Festigkeit je Gramm als noch mehr Infill, weil die Last überwiegend über die Außenkontur läuft.

AnwendungDichteWändeMuster
Deko, Figuren, Sichtmodelle5–10 %2Lightning oder Support Cubic
Alltagsteile ohne echte Last15 %2–3Grid oder CrossHatch
Funktionsteile mit Belastung20–30 %3–4Gyroid oder Cubic
Hoch belastet, Zahnräder, Halter30–40 %4–6Gyroid, Cubic, 3D Honeycomb
Flexteile aus TPU5–15 %2Concentric, Cross, Gyroid
Dicht, wasserführend100 %4+Concentric oder Lines, Überextrusion prüfen
Reihenfolge beim Verstärken: erst Wandanzahl erhöhen, dann Deckschichten, erst zuletzt die Füllung. Und die Belastungsrichtung beachten — gedruckte Teile versagen fast immer entlang der Schichtebene, kein Infill-Muster gleicht eine falsche Bauteilorientierung aus.
Quellen zu diesem Abschnitt

04 / 04Rentabilitäts-Rechner

Der ehrliche Maßstab ist nicht die Stückmarge, sondern der effektive Stundenlohn: Gewinn geteilt durch alle Stunden, die wirklich hineingehen. Drei Szenarien vom Anlauf bis zum etablierten Katalog, alle Annahmen frei einstellbar. Schätzmodell, keine Garantie.

Annahmen und Szenarien

Oben stehen die Werte, die für alle drei Szenarien gelten; in den Karten stellst du Auftragsmenge, Anzahl neuer Designs und Verkaufspreis ein. Alles rechnet sofort neu.

  Globale Annahmen
h
h
h
h
h
h
%
%
€/kWh
W
h
h/M
Kleinunternehmer §19 (Plattformgebühr ×1,19, da Vorsteuer nicht abziehbar)
Zur Kleinunternehmerregelung: Seit 2025 gilt sie, wenn der Umsatz im Vorjahr 25 000 € nicht überstieg und im laufenden Jahr 100 000 € nicht übersteigt (§ 19 UStG). Du weist dann keine Umsatzsteuer aus — kannst aber auch keine Vorsteuer ziehen, weshalb Plattformgebühren, Filament und Drucker brutto zu Buche schlagen. Der Schalter oben bildet genau das ab.

Wie die Zahlen zu lesen sind

Der Engpass ist die eigene Zeit, nicht die Stückmarge — und der größte Hebel ist der Anteil an Wiederholdrucken aus bereits fertigen Designs.

CAD-Zeit frisst den Stundenlohn

Solange fast jeder Auftrag ein neues Design bedeutet, dominiert die Konstruktionszeit. Deshalb ist das Anlauf-Szenario pro Stunde am schwächsten, obwohl die Stückmarge gleich aussieht.

Wiederholdrucke heben den Stundenlohn

Je mehr Umsatz aus vorhandenen Designs kommt, desto weniger neue CAD-Stunden je Euro. Das ist der einzige Weg von „trägt sich" zu „lohnt sich".

Erst rot, dann zweiter Drucker

Eine Farm ergibt erst Sinn, wenn die Auslastung ins Rote läuft und überwiegend Wiederholdrucke anstehen. Vorher fehlt nicht Druckkapazität, sondern Nachfrage.

Die Zeitwarnung ernst nehmen

Rot markierte Arbeitsstunden heißen: dieses Volumen passt nicht in deine Woche. Dann ist das Szenario keine Prognose, sondern eine Rechenübung.

Was die Rechnung belastbar macht

  • Eigene Stundenzahl ehrlich eintragen, inklusive Kommunikation und Nacharbeit
  • Ausschuss nicht auf null setzen — 5–10 % sind realistisch
  • Druckerabschreibung über die tatsächliche Lebensdauer, nicht über die Garantie
  • Verkaufspreis am Markt prüfen, bevor er hier eingetragen wird

Was die Rechnung nicht abbildet

  • Steuern und Sozialabgaben auf den Gewinn
  • Versicherung, Buchhaltung, Rücksendungen und Gewährleistung
  • Produkthaftung und CE-Fragen bei verkauften Bauteilen
  • Ersatzteile und Wartung über die Abschreibung hinaus
Materialkosten gegenprüfen: Der Vorgabewert von 2 € Material je Teil passt für ein mittleres PLA- oder PETG-Teil. Bei Composites, Nylon oder Hochleistungspolymeren liegt allein das Filament um ein Vielfaches höher — Preisspannen stehen unter Filamente.
Quellen zu diesem Abschnitt